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Jericho (Tests)


Jericho

Clive Barker ist ja dafür bekannt, gute Horrorgeschichten zu machen. Bislang haben allerdings Hollywood-Autoren in der Spieleszene keine allzu großen Erfolge feiern können. American McGee zum Beispiel war mit Bad Day L.A. kein großer Wurf gelungen und Peter Jackson konnte mit seiner Spielumsetzung von King Kong auch nicht allzu viel reißen. Kann Barker mehr?

Die Idee hinter Jericho ist an sich ziemlich gut. Ihr seid in einem Team, welche paranormale Dinge aufspüren und vernichten. Alle Figuren haben unterschiedliche Kräfte und können einander wiederbeleben. Im Vordergrund des Spiels stehen allerdings Gewalt und Ekel – und davon gibt es reichlich im Spiel, denn Barker hat es geschafft, übel aussehende Monster zu erschaffen, die der Entwickler Mercury Steam gekonnt umgesetzt hat. In der Storyline gilt es einen Spalt zu schließen, der die Monster in die menschliche Welt gebracht hat. Wirklich einfallsreich und gut ist die Story jedoch nicht – es geht eben viel mehr um die Gewalt.

Seltsame Bande

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Eure Truppe ist ein ziemlich bunt zusammengewürfelter Haufen, worunter sich zum Beispiel die lesbische Abigail Black (Sniperbraut) oder auch Frank Delgado, ein Mann fürs Grobe, befinden. Alle Charaktere haben ihre Spezialfähigkeiten, Miss Black zum Beispiel beherrscht die Telekinese und Delgado ist Herr des Feuers. Auch wenn sie alle verschiedene Waffen und Fähigkeiten besitzen, so muss man einfach nur fluchen, wenn man die Jungs und Mädels in Aktion sieht. Die KI der Mitstreiter ist so derart miserabel programmiert, dass man zumeist als Sanitäter unterwegs ist, der von Leiche zu Leiche hüpft, um untergegangene Kameraden wiederzubeleben. Gerade in den letzten Levels des Spiels wird das einfach nur noch entarten. Das liegt daran, dass es da einen Mutanten gibt, der nach dem Tod explodiert und somit eine große Menge an Kollegen in die Luft jagen kann. Und weil sich eure Mannen so dumm stellen und genau da positionieren, wo das Monster explodiert, könnt ihr euch auf viele Schleifen gefasst machen, in denen ihr ein wenig ballert und im nächsten Moment wieder jemanden beleben werdet.

Es gibt jedoch auch Momente, in denen man sogar Spaß mit Jericho hat. Und das sind genau die wenigen Situationen, in denen die KI der Kollegen halbwegs gut agiert und man einfach nur Fun hat, auf die übel aussehenden Viecher gemeinsam ballern kann. Um Munitionsknappheit braucht ihr euch keine Sorgen machen, denn bei jedem Checkpoint wird die Munition komplett aufgefüllt. Ein kleines Wort noch zu den Waffen. Alle (zumindest die meisten) Waffen haben ein Sekundärfeuer. Beim Hauptcharakter ist es zum Beispiel die Schrotflinte, die neben der normalen MG verfügbar ist. Die Steuerung muss allerdings erlernt sein, denn die Primärwaffe wird mit Klick auf die rechte Maustaste abgefeuert (normal immer links) und die Sekundärwaffe feuert ihr mit einem Linksklick ab. So richtig bitter ist eigentlich der Fakt, dass sich die Entwickler zu bequem gewesen sind, dem PC eine ordentliche Speicherfunktion zu verpassen, denn gerade hier merkt man, dass Jericho für Konsolen ausgelegt ist, da ihr nur an den Checkpoints speichern könnt – ansonsten gar nicht!

Auflockerung?

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Ja, das gibt es auch! Manchmal werdet ihr von einigen Quicktime-Events im Spiel wortwörtlich überrascht, denn sie kommen ziemlich unerwartet. Dann gilt es auf dem PC die Pfeiltasten oder auch WASD zu drücken, um nicht in einen Abgrund zu fallen oder auf eine andere Art und Weise das Leben zu verlieren. Bei der PC-Version ist uns allerdings zumeist der Kragen bei diesen Events geplatzt, weil das Spiel nicht immer auf die Kommandos reagiert hat. Auch implementiert sind Teamfeatures, wobei sich diese auf ein absolutes Minimum beschränken. Ihr gebt euren zwei Quads (Alpha und Omega) den Befehl sich zu Punkt A und B zu bewegen oder sagt ihnen, dass sie euch folgen – mehr gibt es dabei leider nicht. Da liegt auch der Hund begraben, denn Jericho liefert nur halbausgegorene Kost. Weder die Story ist gut, noch die Gameplayfeatures können durchweg überzeugen. Zuletzt kommt noch erschwerend hinzu, dass Jericho eine Spieldauer von gerade mal sieben Stunden hat.

Grafisch gut

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Wo Jericho auf jeden Fall punkten kann, ist die Grafik. Hier zeigt sich die ganze Fantasie von Barker, denn die Monster sehen – im positiven Sinne – einfach nur furchtbar aus und machen bei der Atmosphäre schon so einiges her. Auch die Effekte können sich sehen lassen – die Unreal Engine 3 lässt nunmal ihre Muskeln spielen. Beim Sound hat man ebenfalls nicht viel falsch gemacht. Die Waffen wirken stimmig, die Schockmomente werden passend musikalisch untermalt und generell lebt das Spiel von einer sehr dichten Hintergrundmusik, die stets subtile Töne von sich gibt. Für die Sprachausgabe jedoch könnte ich die Entwickler schlagen, denn wenn ich schon den Hauptcharakter reden höre (deutsch übrigens), dann kommt mir wirklich fast die Galle hoch. Da ist nur noch Witcher schlechter.

 

Geschrieben von: Adam Smieja am 04.11.2007




 
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