Jeder kennt wohl noch die gute alte Zockerzeit. Damals gab es viele Spiele, die dem heutigen Kultstatus angehören. Und so ist es auch mit dem Bullfrog Titel Theme Hospital gewesen, welcher eine spaßige Krankenhaus-Simulation bot, die damals seinesgleichen suchte. Auch heute noch spielen viele Anhänger diesen nun mittlerweile alten Schinken. Lang hat es gedauert, bis es endlich ein neues Hospital Spiel in die hiesigen Läden geschafft hat. Nun ist es endlich soweit, und Codemasters präsentiert die nächste Generation in diesem Segment. Mit Hospital Tycoon will man den Klassiker übertrumpfen. Doch wie die Diagnose ausfällt, erfahrt ihr im Test zum Spiel!
Mikrowellenmigräne?
Tja, wie war das damals noch mal? Die Krankheitsfälle waren kurios und witzig zugleich. Hier gab es keine ernsten Krankheiten, die den Spaß am Spiel trüben sollten. Natürlich ist das auch im indirekten Nachfolger nicht der Fall. So muss man auch in Hospital Tycoon die witzigsten Fälle untersuchen lassen, die hin und wieder den Spieler zum Schmunzeln veranlassen. Positiv hervorheben sollte man, dass die mittlerweile in 3D gehaltene Grafik die vereinzelten Personen sehr gut animiert und klischee-mäßige Bewegungen zaubert, die zu Anfang sehr belustigend sind, aber nach mehrmaligen hinschauen eher langweilig daherkommen.
Vom eigentlichen Spielprinzip hat sich auch nahezu nichts verändert. So übernehmt ihr zu Anfang ein Gebäude, das groß genug ist, um darauf ein vernünftiges Krankenhaus zu bauen, um hier zahlreiche Patienten zu untersuchen und gegebenenfalls zu heilen. Ihr baut also alle gängigen Behandlungsräume, wie den Psychologie-Raum, die Apotheke oder das Krankenzimmer. Natürlich sind auch Operationssäle, Personal- und Warteräume zu erschaffen, um den Patienten und dem Personal eine wichtige Umgebung zu schaffen. Zudem müsst ihr Pflanzen aufstellen, Getränkeautomaten aufbauen und Sitzplätze errichten, um das Klima angenehm zu halten.
Neben den ganzen Gegenständen und Räumen darf man natürlich auch nicht das Personal vergessen. Hier muss man darauf achten, dass von jeder Berufsschicht genug Leute vorhanden sind, die den Laden schmeißen. Von der Krankenschwester, dem OP-Doktor, über die Empfangsdame bis hin zum Hausmeister muss man alle Ebenen abdecken, damit die Patienten keine langen Wartezeiten haben und diese besser untersucht werden. Wen und wie viele ihr einstellt, ist demnach euch überlassen. Natürlich muss man auch hier ein wenig aufs Geld achten, denn Personal und Wartungsarbeiten sind nicht gerade billig.
Im Grunde bekommt man beim indirekten Nachfolger keine Neuerungen geboten. Wer Theme Hospital gespielt hat, kennt Hospital Tycoon schon bevor er es überhaupt installiert hat. Und das ist leider eine sehr große Schwäche. Außer einer aufpolierten und soliden 3D-Grafik wird nichts weiter geboten, das man nicht schon kennt.
Kaum Tiefgang
Ein weiterer sehr großer Schwachpunkt ist der Tiefgang des Spiels. Denn es gibt gar keinen! Klingt komisch, ist aber so. Ihr müsst euch quasi nur darum kümmern, dass Personal vorhanden ist und neue Krankheiten erforscht werden. Dies geht alles mit wenigen Mausklicks und ohne große Überlegungen. Denn das Spiel arbeitet im Grunde von ganz alleine und ihr dürft nur zugucken, wie sich vereinzelte Personen verhalten. Schade eigentlich. Ein klein wenig Wirtschaft und Soziales hätte Hospital Tycoon mit Sicherheit einen Schritt nach vorne gebracht. So muss man aber wohl oder übel zugeben, dass der Spieler keineswegs gefordert bzw. beschäftigt wird. Das einzige was über den sehr flachen Tiefgang hinwegtröstet, ist die belustigende Darstellung der Ärzte und Besucher, wie oben kurz schon angesprochen.
Ui, meine Nerven
Das Drumherum hätte man ruhig komplett neu machen müssen. Nicht, dass das HUD schlecht aufgebaut ist, oder sonst der gleichen. Vielmehr liegt der schwerwiegende Fehler bei der Präsentation. Die minimalen Zwischenvideos sind keinen Hingucker wert, die Ladezeiten sind extrem lang und der Sound unter aller Kanone. Bei den langen Ladezeiten fragt man sich wirklich, warum diese berechtigt sein sollten. Die Grafik ist nur solide Kost und der Umfang der vereinzelten Level ist übersichtlich genug, das man meines Erachtens sehr kurze Ladezeiten in Angriff hätte nehmen können.
Beim Sound hat man sich gehörig vergriffen. Die Krankenhausmusik dudelt mit langweiligen und nervigen Tönen vor sich hin, und die Sprachausgabe, welche nicht wirklich eine ist, da die Personen nur quieken oder jaulen, lässt jeden Spieler die Nackenhaare zu Berge stehen. Hier hätte eine vielleicht belustigende deutsche Synchro das alte Theme Hospital Gefühl wesentlich besser aufgenommen, als fiktive Stimmen. So muss man sich leider dem Untertitel bedienen, um zu verstehen, was überhaupt gesagt wird.
Die Steuerung hingegen funktioniert durch das übersichtliche HUD sehr gut. Mit wenigen Klicks kommt man in die bestimmten Menüs, um zum Beispiel Gegenstände zu kaufen, oder Personal anzustellen. Zudem ist die Kamera heranzoombar und um 360 Grad justierbar, um auch alle Winkel zu erforschen.