Heroes of Annihilated Empires (Tests)
Sollte in der Überschrift nicht „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ stehen? Das Intro des Spiels zeigt nämlich eine extreme Massenschlacht, die locker die Schlacht um Helms Klam sein könnte. Untote gegen Menschen vor einer großen Burg, ein Pfeilregen prasst auf die Untoten nieder, die sich in den Kampf gegen die Menschen stürzen. Kommt euch das bekannt vor? Nun, da hat sich der russische Schreiber Ilya Novak ein wenig zu sehr von Peter Jackson inspirieren lassen. Was mich die Reise in dieser Kopie von HdR gelehrt hat und warum es letztendlich keinen Award gibt, lest ihr in den folgenden Zeilen – viel Spaß!
Ilya Novak hat sich nicht nur das Intro ein wenig abgeschaut, auch das Hauptmenü im Spiel erinnert irgendwie sehr stark an die Tore von Mordor und die Gebäude bei den Wasserfällen! Man mag es kaum glauben, aber Erinnerungen an Elronds Heimat Rivendell werden sofort wach. Aber kommen wir lieber wieder zum eigentlichen Spiel zurück, immerhin haben wir es hier mit einem RTS zu tun, welches eine ordentliche Prise RPG beinhaltet, denn sobald man wirklich in das Spiel hineinsteigt, wird deutlich, dass HoaE eigentlich überhaupt keine Parallelen mehr mit Tolkiens Saga hat. Flugzeuge, Kettensägen, Panzer? Das passt nicht wirklich zu HdR und das macht dann eben den großen Unterschied zwischen Film und Spiel aus. Im Spiel selbst geht es um einen aufmüpfigen Elfenwaldläufer (ok, das ist aber die letzte Parallele) mit Namen Elhant, der gegen die Untoten mit aller Macht kämpft. Typischer Basenbau mit netten Missionen Anfangs gilt es sich wie in jedem RTS eine ordentliche Basis zu bauen, die sich notfalls auch selbständig (nach neuer Rechtschreibung: selbstständig) verteidigen kann. Kristalle, Holz, Gold und Nahrung sind eure Ressourcen, mit denen es sich Wälle, Einheiten und Gebäude zu erbauen gilt. Diese werden durch eure fleißigen Arbeiter eingesammelt und im jeweiligen Lager gelagert – sehr schön hierbei ist, dass sie ein recht angenehmes Tempo haben und man nie wirkliche Leerlaufphasen hat. Mit den Kasernen baut ihr euch einige Bogenschützen und Schwertkämpfer, aber diese werden irgendwann nicht mehr stark genug sein und dann erscheinen mächtige Drachen und weitere Einheiten, welche zwar langsam sind, aber dafür richtig Schaden anrichten. Das Balancing ist ohnehin sehr gut gelungen, denn keine Einheit ist irgendwie übermächtig oder unbesiegbar, was ein deutlicher Pluspunkt ist – macht sich vor allem im Mehrspieler bemerkbar. Hier wird also nicht viel Neues geboten, daher kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt: RPG und Massenschlachten Momentan zeichnet sich ein Trend bei RTS ab, der sich RPG nennt, denn so ziemlich jedes neue RTS hat irgendwelche Elemente aus dem Rollenspielgenre, wodurch die Grenzen zwischen den Genres immer kleiner werden und sie immer mehr miteinander verschmelzen. Meistens ist das RPG-Feature sehr schwach ausgelegt, aber bei HoaE ist das ein wenig anders, denn hier macht das RPG-Feature Sinn, da es sich sofort bemerkbar macht. Für jeden gekillten Gegner bekommt euer Held Erfahrungspunkte gutgeschrieben und sobald ihr ein Level aufgestiegen seid, könnt ihr zwischen mehr Lebensenergie, mehr Mana, Stärke oder Verteidigung etc. wählen, aber nur eines ist mit jedem Level möglich. Wenn ihr eure Stärke erhöht, dann werdet ihr gleich in der nächsten Schlacht sehen, was es bringt: Deutlich mehr Schaden (oder eben Verteidigung, etc), der euch einige Missionen erleichtern wird. Auf den Schlachtfeldern könnt ihr euch außerdem noch einige Tränke, Rüstungen oder Artefakte sichern, von denen es ca. 150 Stück im gesamten Spiel zu finden gibt – Jäger und Sammler werden hier ihren Spaß haben. Nebenbei kann man bei Bedarf den teuren Alchemisten von Nebenan fragen, ob er einige sehr nützliche Tränke für euch parat hat. Diese sind meistens gar nicht so schlecht, denn entweder retten sie euch vor dem Tod (Game Over droht dann, wenn oben links alle Herzen unter dem Portrait des Helden verschwunden sind, er also mehr als zwei mal gestorben ist) oder sie machen den Recken schneller. Des Weiteren gesellen sich einige Kämpfer regelmäßig zu euren Truppen, wenn ihr im Rollenspielmodus spielt – das sorgt für noch größere Schlachten. Das letzte Wort soll nun der weitere Aspekt werden: Bei Heroes of Annihilated Empires geht es sehr actionreich zu, denn es gibt stellenweise kaum 2 Minuten, in denen ihr nicht kämpft. Habt ihr die erste Gegnerhorde besiegt, kommen schon am Bildschirmrand die nächsten Orks oder Untoten, die vermöbelt werden wollen. Das Besondere an HoaE ist aber, dass sich bis zu 64.000 (!) Einheiten gleichzeitig auf dem Bildschirm bekämpfen können und auch tun werden. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, man braucht dafür noch nicht mal einen Monsterrechner, denn die Grafik ist verhältnismäßig schwach und die „Sprites“ eher unspektakulär, hinterlassen aber einen bleibenden Eindruck, wenn gerade Tausende Einheiten kämpfen. Gelegentlich habe ich den Überblick bei den Kämpfen verloren, da einfach viel zu viel auf dem Bildschirm los war – dieses Ausmaß ist ohnehin reine Geschmacksache, wird nicht jedem gefallen. Geschrieben von: Adam Smieja am 21.10.2006
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