Ja, wir haben es. Und ja, es ist gut. Aber wie gut ist Gran Turismo 5: Prologue wirklich? Kann es sich gegen die starke Konkurrenz aus dem Hause Turn 10 überhaupt noch behaupten oder steht es still und bietet rein gar keine großartigen Neuerungen – und falls ja: Wo sind diese auszumachen? Fragen über Fragen, die wir euch nun im Test zum Singleplayer (!) beantworten werden. Einen Test zum Mehrspieler-Modus liefern wir euch zum Launch nach, da der Online-Modus noch nicht freigeschaltet ist.
Die schlechten Nachrichten zuerst: Gran Turismo 5: Prologue spielt sich wie GT4. GT5: Prologue hat kein Schadensmodell. GT5: Prologue hat immer noch die absolut nerventötenden Strafen (Motorleistung wird für eine bestimmte Zeit gedrosselt). GT5: Prologue besitzt nur sechs Strecken. Diese sechs Strecken sind allesamt bekannt. Und zuletzt – GT5: Prologue bietet spielerisch absolut keine Neuerungen.
Voll vor die Wand?
Okay, es mag wirklich hart klingen, was ich im Abschnitt drüber geschrieben habe. Und Fanboys haben wahrscheinlich schon aufgehört zu lesen, aber es sind Worte, die aus dem Herzen eines Fans der Serie stammen. Ich habe alle GTs gespielt und geliebt. Ich war wirklich enttäuscht als ich die ersten Runden mit meinem Ford Fokus gedreht habe und bemerkte, dass sich nichts geändert hat. Doch wie spielt sich GT5: Prologue? Eingängig und total gewohnt. Mit X gibt man Gas (leider! Mit R2 wäre das sicherlich besser und vor allem präziser), mit dem Analogstick oder Digikreuz kann man lenken (oder alternativ mit einem geeigneten Force-Feedback Lenkrad, dazu muss man aber in den Optionen die Steuerung umstellen) und mit Viereck sowie Kreis (Handbremse) wird gebremst. Auf Select findet sich der Kamerawechsel, der auch gleich eine neue Ansicht mit sich bringt. Eine etwas über dem Auto, auf dem Dach dessen, positionierte Kamera fängt das Geschehen gut ein. Die Cockpit-View ist ohnehin für das Fahrgefühl am besten geeignet.
Das Fahrgefühl wird allerdings unterschiedlich gut eingefangen. Während die Cockpit- und Stoßstangensicht die besten Kameraperspektiven sind, um in einen wahren Geschwindigkeitsrausch zu gelangen, sind die beiden Außenkameras so öde, dass man am liebsten einschlafen will. Rennsport, den man an einer Konsole ausführt, ist nunmal langweilig, es sei denn das Spiel heißt Burnout und versetzt euch in Ekstase, weil ihr gerade mit 300 Sachen im Gegenverkehr über den Asphalt brettert. Da GT5: Prologue aber ein
„real driving simulator“ sein will, muss man sich die Frage stellen: Wenn es doch so realistisch sein will, warum gibt es dann kein Schadensmodell, um das ohnehin schon echte Gefühl auf die Spitze zu treiben? Es ist ja wirklich toll, dass sich jedes Auto anders anfühlt, anhört und unterschiedlich auf eure Fahrkünste reagiert, aber ohne Schadensmodell ist das irgendwie etwas schwach. Packende Überholmanöver, die aus dem Windschatten heraus gefahren werden hin oder her: Wenn Sony es nicht langsam versteht, dass niemand, aber auch wirklich niemand, ein GT4 mit hochauflösender Grafik will, dann wird GT bald untergehen, zumindest spielerisch.
Der Einzelspieler gibt sich freilich mit einer sehr guten Fahrzeugauswahl (siehe hier für eine komplette Liste) und den besagten sechs Strecken in drei verschiedenen Klassen (C, B und A). Beim Spielstart seht ihr noch recht wenig, die Startseite „Meine Seite“ sieht aber dennoch sehr schick und übersichtlich aus. Ganz links befinden sich die Online-Menüs für „GT TV“, „Ranglisten“, etc. und zum rechten Rand hin kommenden Modi wie Arcade, Splittscreen oder die Karriere sowie Händler und Garage. Schade ist, dass man sich in der Garage nicht frei bewegen kann – ein Feature, das viele Spieler seit PGR3 eigentlich nicht mehr missen wollen.