Im September 2006 konnte mich ein Spiel besonders begeistern, obwohl ich dies nicht erwartet hatte. Die Rede ist von Geheimakte Tunguska, welches durch die tolle Story und der guten Präsentation, im Einklang mit logischen Rätseln und einer professionellen Synchronisation einen Award abstauben konnte. Für mich ist Geheimakte bis heute eines der besten Adventures, die ich gespielt habe und ich erinnere mich gerne an das Spiel zurück. Als dann vor einigen Monaten bekannt wurde, dass es eine Portierung für die Nintendo Wii geben würde, war ich sehr überrascht und habe mich sehr auf das Spiel gefreut. Nun ist es endlich da und ich konnte mich noch einmal in die Geheimnisse wagen und mit Remote und Nunchuk Nina durch die Gegend laufen lassen. Ob das Spiel mich nach eineinhalb Jahren immer noch begeistern kann, erfahrt ihr im Test!
Ein großes Geheimnis In Geheimakte Tunguska geht es um eine globale Katastrophe, die sich im Jahre 1908 ereignete. Es gab eine riesige Explosion in Sibirien, doch bis heute konnte nicht aufgedeckt werden, was sich genau ereignet hatte. War es ein Meteor? Ein verunglücktes Experiment? Oder der Absturz eines Flugobjekts aus dem All? Zahlreiche Expeditionen ergaben anscheinend keine Ergebnisse. Doch nun, im Jahre 2006 scheint es Machenschaften zu geben, die sich für das damalige Ereignis interessieren. Hier beginnt auch direkt euer Einsatz. Ihr spielt die entzückende Nina Kalenkov, die sich am späten Abend mit ihrem Vater verabredet hat. Er ist Professor in einem Museum, indem sich beide treffen wollen. Doch als wir ankommen, ist Ninas Vater nicht da und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Nach und nach erfahren wir, dass der wehrte Professor viele Expeditionen in das frühe Unglücksgebiet, die Tunguska Region in Sibirien, unternommen hat, um der Katastrophe auf die Schliche zu kommen. Hat es was mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun? Wer sind die Gestalten in schwarzen Roben? Fragen über Fragen, die sich der Spieler stellt. Und so ist eine Spannung gegeben, die fesselt und motiviert. Das toll inszenierte Intro lässt einen gebannt vor dem heimischen TV sitzen und verführt in die geheimnisvolle Geschichte rund um die Katastrophe. So lernt ihr schnell Max kennen, der euch tatkräftig unterstützt und immer für die hübsche Tochter da ist.So beginnt eure Reise im schönen Deutschland, genauer gesagt in Berlin. Direkt hier zeigt sich die mit viel Liebe gestaltete Grafik, die die Schauplätze aufweisen. Besonders die tollen Details schmücken so das Gesamtbild aus. Ob umherfliegende Vögel, sich drehende Windräder, Mücken, die im Dunkeln das Licht suchen oder Staub, der durch alte Zimmer schwebt. Die Areale weisen eine nie da gewesene Realität und Stimmung auf, die im Genre seinesgleichen sucht. Doch genug geschwelgt. Wo waren wir stehen geblieben? Genau, nach unserem Berlinaufenthalt geht es weiter in ferne Länder, wie das schöne Russland, das mysteriöse Irland, oder Kuba. Sogar eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn wird geboten. Die Reise erstreckt sich regelrecht um den ganzen Globus und weiß mit seiner Vielfältigkeit den Spieler zu begeistern. Jeder neue Abschnitt wird mit gekonnten Videos, die sich Filmreif präsentieren, eingeleitet, um so neue Stimmungen zu entfachen. Einfach toll, wie die Entwickler die kleineren Zwischensequenzen programmiert haben. Rätselkost vom feinsten In einem guten und typischen Adventure dürfen Rätsel und Knobelspiele nicht fehlen. Und auch hier bekommt der Spieler Unmengen von diesen geboten, um die grauen Zellen wieder zum Leben zu erwecken. Im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Gattung gestalten sich diese als logisch und nachvollziehbar. So müsst ihr den Hebel eines Wagenhebers betätigen, der aber festsitzt. Mit einem Sandwich, das ihr in einer Butterbrotdose gefunden habt, schmiert ihr diesen ein und schon lässt sich der Hebel betätigen. Oder wie kommt ihr an eine Kamera heran, die oben an der Decke im Kühlhaus befestigt ist? Wie wäre es, die Badewanne mit Wasser volllaufen zulassen und zu warten bis diese zu Eis erstarrt, um dann darauf zu klettern? Einfach herrlich, wie simpel und logisch die Rätsel aufgebaut sind. Leider sind auch wenige Verwirrende vertreten. Wer kommt schon auf die Idee, mit einem Stethoskop eine Regenrinne abzuhören? Aber diese kleinen Zwischenfälle sind die absolute Minderheit und sollten den Spielspaß nicht beeinträchtigen. Auch der Schwierigkeitsgrad zeigt sich von einer ausgewogenen und fairen Seite. So sind Rätsel von leicht bis schwer vertreten, die aber jeder meistern kann. Und hier haben sich die Entwickler was Tolles einfallen lassen, falls es doch mal zu schwer sein sollte. Mit einem einfachen Klick auf einem Button werden alle benutzbaren Objekte mit einer Lupe markiert, um hier das Absuchen per Zeiger den Gar auszumachen. So seht ihr von Anfang an, wo man suchen sollte, um im Spiel voran zu kommen. Dieses hilfreiche Gimmick ist natürlich optional und beeinträchtigt das Spielgeschehen keineswegs. Ein eventuell auftretender Frustfaktor wird so erst gar nicht aufkommen und somit kann sich der Spieler weiterhin auf die sehr gute Story und dem Game selbst konzentrieren. Eine wirklich einfallsreiche Idee.
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Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions
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