Manchmal, aber auch wirklich nur manchmal, fragt man sich als Redakteur, wie manche Magazine aus Übersee Videospiele hoch bewerten können. Das begann mit Wertungen jenseits der 95% für Halo 3 und 90% bei Gears of War. Nun ist es ein Rollenspiel, das mich stutzig macht. Wertungen von 70 bis teilweise über 80 Prozent? Entweder habe ich ein anderes Spiel gespielt oder die jeweiligen Redakteure haben das Spiel mit mehr als zwei Promille gezockt.
Die Frage, die sich mir während meiner 20 Minuten Spielzeit (ja, ehrlich. Länger konnte ich mir das Spiel nicht antun!) stellte, war: Wie lange braucht man, um ein Rollenspiel testen zu können? Die Antwort steht eine Zeile drüber. Ich will euch meinen Leidensweg mal schildern:
In Minute eins frage ich mich ganz unbeholfen, warum ich die Spielauflösung nicht im Spiel ändern kann, sondern erst zurück zu Windows muss. Nach einem Neustart des Spiels, Minute zwei, muss ich mich erneut fragen, warum die Entwickler überhaupt ein Intro implementiert haben, das so nichtssagend ist und nicht mal eine Sprachausgabe ist. Erstes Gespräch überstanden, die dritte Minute verbringt man damit sich wundernd vor dem Bildschirm zu erwischen, dass Falling Stars keine Sprachausgabe hat und einfach nur grauenhaft grell wirkt. Minute vier und fünf fluche ich indes über die miserable Kameraführung und die absolute Trägheit der Maus – so ein Müll!
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Kaum bin ich aus dem Haus raus, überkommt mich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Langsam aber sicher bahnt sich etwas den Hals hinauf und landet anschließend in der Tüte direkt neben den Monitoren. „Was ein sch***“ schimpft ein ausgenommener Redakteur und wird verwundert vom Chef Victor begutachtet, der sein Treiben bereits miterlebt hatte und sich spätestens in Minute Sieben fragte, was er denn für einen Schund spiele. Die nächsten sechs Minuten verbrachte der gelangweilte Redakteur in „Denkerposition“ (die linke Hand an der Tastatur, um sich mit WASD zu bewegen und mit Enter tiefer in das Spiel einzutauchen – welch Ironie!; die rechte Hand befindet sich am Gesicht, wobei der Ellbogen auf dem Tisch als Stütze fungiert – angenehm für die restlichen Minuten) und lief von A nach B, B nach C und von C wieder zurück zu A, weil einige NPCs zu dumm sind, um ihre Geschäfte selbst zu machen. Nach einigen Minispielen, die selbst Kinder im Alter von 5 Jahren mit einem müden Lächeln bewältigen bekommt man das blaue Fellknäufel in Form eines Koalas.
Danach wars das aber auch schon mit der Abwechslung, denn anschließend taucht immer dasselbe Procedere auf: Von A nach B über C zu D, um dann wieder zurück zu A zu gehen. Ab und an darf auch ein Feind besiegt werden, denn unterschiedliche Arten sich auf einer Hand abzählen lassen. Die Minispiele, die von Zeit zu Zeit nerven, sind langweilig ohne Ende. Ein Beispiel gefällig? Sehr gern! Im ersten geht’s gleich los, denn da gilt es eine Katze von einem Turm zu holen. Dafür müssen Kissen auf einen Zug geworfen werden – spannend! Diese Aufgabe wird dadurch „erschwert“, da man hernach die Batterie des Zuges wieder durch Kreisbewegungen der Maus (oder des Analogsticks) wieder aufladen muss.
Nach rund 18 Minuten folgte auch der erste Kampf mit einem sehr ernüchternden Ergebnis: Nur angreifen und verteidigen stehen zur Auswahl. Ich möchte jedem Zocker einen guten Rat ans Herz legen: Umgeht die Kämpfe, wenn möglich, denn sie ziehen sich ohne erkenntlichen Grund immer in die Länge. In Minute 20 wurde ich nach einem schrecklichen Erlebnis vom Chef erlöst. Das Erlebnis? Ein NPC mochte die Kleidung meiner Heldin (Luna) nicht und wollte par-tout nicht mit mir sprechen. Pech gehabt, da musste wohl ein anderes Outfit herlangen, weil alle NPCs im Spiel ihre eigenen Vorlieben. Umständlich genug: Man muss immer nach Hause laufen, um die Kleidung zu wechseln… Und mal so randweise. Auf einem der Bilder seht ihr die PC-Version, in der einfach so Buttons der PS2-Version auftauchen – super! Da findet man sich doch glatt zurecht als PC-Zocker. Danke, 20 Minuten vorbei, jetzt ist Sense. Deinstalliert, Registry vom Spiel gereinigt, ein befriedigter Ausdruck des Redakteurs lässt den Tag des Spielens doch glatt wieder gut wirken.