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Fading Shadows

Erscheinungstermin
 erschienen
Plattform
Kategorie/Genre
 Geschicklichkeit

Anfang 1 2 » Fazit
Ich mag innovative Puzzle- und Geschicklichkeitsspiele, das wird der eine oder andere clevere Leser schon daran erkannt haben, dass ich meistens für das Testen dieser zuständig bin. So auch im Fall Fading Shadows für die PSP, welches hier von mir näher beleuchtet wird (Na, hat jemand den Wortwitz erkannt?). Der Hersteller verspricht jedenfalls ein „actiongeladenes Puzzlegameplay“ auf der Packung, wobei Action freilich ein sehr dehnbarer Begriff ist. Was aber viel wichtiger ist: Wird hier Innovation oder wenigstens Spaß geboten? Ist das Spiel einen Kauf Wert? Antworten werden nun wie immer – wer hätte es gedacht – mit diesem Test zu euch gebracht. Wie dem auch sei…auf geht’s.

And the award for the longest Packungstext goes to…

…Fading Shadows! Es ist wirklich beeindruckend, wie lang man eine Geschichte und das Spielprinzip auf einer Packungsrückseite beschreiben kann. Während Storyverläufe sich in Geschicklichkeitsspielen meist mit „Sammle die Bananen ein, färbe das Quecksilber um, staple Steine aufeinander“ begnügen, geht es hier um eine Geschichte voller „Tränen“, „Finsternis“, „Prophezeiungen“ usw. Allerdings war man hier trotz scheinbarer Gothic-Klischees wirklich nicht einfallslos, denn die Story ist gar nicht mal schlecht: Die Seele eines Jungen soll vom Bösen zwecks Verstärkung der Finsternis geopfert und der Kleine deshalb hingerichtet werden. Seine Schwester, welche über hellseherische Fähigkeiten verfügt, hat seine Seele in einer Träne versiegelt und in eine Kugel verwandelt. Nun ist es des Spielers Aufgabe, diese mithilfe eines Lichtstrahls durch die düsteren, abwechslungsreichen Welten des Spiels zu führen, wofür sogar Verwandlungen dieser Metallkugel in eine Holz- oder Glaskugel notwendig sind. Klingt nach einer Mischung aus Mercury und Monkey Ball? Fast, genug eigene Ideen hat man schon eingebracht, als dass man lediglich von einer Komposition bekannter Konzepte sprechen dürfte.

Wie funktioniert’s nun genau?

Steuerungstechnisch ist das Spiel schon leicht außergewöhnlich: Man bewegt per Steuerkreuz oder Analog-Pad den Lichtstrahl durch Welten, die einem Rollenspiel im Stile von Diablo oder Sacred entstammen könnten. Dieser Strahl hat drei grundlegende Eigenschaften: Die Kugel wird von ihm angezogen, lichtempfindliche Schalter lassen sich mit ihm auslösen und er ist so heiß, dass er die Kugel verbrennen kann. Letzteres ist selbstverständlich eine zusätzliche Schwierigkeit, die das Spielprinzip allerdings ziemlich außergewöhnlich macht. Damit die Kugel nicht verbrennt, muss sie entweder aus Stahl sein oder sich andernfalls nicht zu lang im Radius des Lichtstrahls aufhalten, wobei jede
Berührung mit einem zu stark gebündelten Lichtstrahl die Holz- oder Glaskugel beschädigt. Wird sie zerstört, ist ein Leben futsch und man kann am letzten Checkpoint (z.B. jeder Ballverwandlungspunkt) neu anfangen. Neue Leben erhält man durch das Einsammeln von Edelsteinen. Wie stark der Lichtstrahl gebündelt ist, wirkt sich auch entsprechend stark aus: Ein vollkommen gebündelter Lichtstrahl hat eine sehr große Anziehungskraft auf die Kugel, verbrennt sie aber auch entsprechend schnell. Die Bündelung/Streuung reguliert man per X- und Viereck-Taste. Lobenswert ist nicht nur, dass man – wie in die gesamte Steuerung – behutsam, aber bereits im Spiel in die Verwendung der einzelnen Verwandlungen eingeführt wird, sondern dass diese sich auch meist sehr gut in die Rätsel und das Leveldesign integrieren. So kann die Glaskugel zwar zerbrechen, dafür hat sie die richtige Dichte, um auf dem Grund von Wasserbecken weiter zu rollen, während die Holzkugel schwimmen kann und man mit der Metallkugel die Möglichkeit hat zu springen. Hier hat man sich also schon Gedanken gemacht, damit jede Verwandlung eine spielrelevante Daseinsberechtigung hat. Intelligente Puzzle, die unter anderem sogar physikalische Vorgänge im Leveldesign beinhalten, lassen das Spiel zu etwas besonderem werden. So muss man zum Beispiel aufpassen, dass man, wenn man gerade ein Wasserbecken zum Überqueren einer Stelle benötigt, dieses nicht mit dem heißen Lichtstrahl berührt, da das Wasser sonst (inklusive sehr schicker Dampfeffekte) verdunstet.

Schaurig schönes Gewand

Die Atmosphäre in Fading Shadows ist für ein Puzzlespiel außergewöhnlich dicht und durchaus als besonders zu bezeichnen. Vom stimmigen Startmenü bis hin zu den meist düsteren, grafisch eindrucksvoll gestalteten Levels, in denen vor allem Wasser- und Leuchteffekte für Staunen sorgen, wird für die Augen wirklich genug geboten. Grafisch ist Fading Shadows also sicher eines der meist beeindruckenden Puzzlespiele überhaupt und erst recht auf der PSP. Etwas zerstört wird die schaurig schöne Atmosphäre leider von auditiver
Seite. Die Qualität der Soundausgabe ist zwar gut, die Kompositionen sind aber leider einfältig, nervig und auch vom Stil her nicht zur Spielthematik passend. Hier hätten zum Beispiel dunkle Gothicrock-Gitarrenklänge oder irgendwie geartete dunkle Ambient-Musik gut gepasst. Stattdessen bekommt man elektronisches, futuristisches Puzzlespiel-Gedudel in die Ohren gedrückt, was besser zu Lumines gepasst hätte. Der Atmosphäre und dem insgesamt stimmigen Eindruck wird der Sound also leider nicht gerecht, was vor allem deshalb schade ist, weil man beim Überlegen, was ja gerade in Puzzlespielen mal länger dauern kann, eher von atmosphärischer Musik unterhalten werden möchte. Wo wir gerade bei der Technik sind: So ausgezeichnet die Grafik auch ist, sie hat ihren PSP-üblichen Preis, denn die Ladezeiten sind gerade noch so an der Grenze des Erträglichen. Es nervt schon ziemlich zwischen den Levels so lang warten zu müssen, zumal darunter die Portabilität zu leiden hat. Wer will oder kann schon auf „das kleine Spielchen zwischendurch“ so lang warten? Allerdings ziehe ich hier nicht so viele Punkte ab, da zum einen – auch wenn andere Entwickler mit kürzeren Ladezeiten auskommen – die Hardware eine große Mitschuld trägt und zum anderen ja wenigstens ein Ausgleich durch die sehr schöne Grafik erfolgt. Wer sich nämlich dagegen an meinen Test zu Cube erinnert, weiß, dass auch eine besch…eidene Grafik verdammt lange laden kann…In puncto Steuerung gibt es aber noch ein paar kleine Abzüge, da sowohl die Kamera als auch der Lichtstrahl selber manchmal recht träge zu steuern sind.
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