Nachdem Entwickler Frogwares schon mit Sherlock Holmes vs Arsene Lupin eine hervorragende Leistung vollbracht hat, versuchen sie nun ihr Glück im viktorianischen Zeitalter mit einem anderen Bekannten: Dracula. In Filmen wird der blutsaugende Lord der Vampire oftmals als der Böse dargestellt, in „Dracula: Origin“ ist er fast schon sowas wie ein Womenizer. Jonathan Harker (zu dem sollte es auch mal ein Spiel geben, das aber leider eingestellt wurde – siehe hier) warnt den Professor van Helsing in einem Brief vor Graf Dracula, der bald nach London kommen will, um sich unter anderem Harkers junge Verlobte Mina zu holen. Ganz nebenbei verwaltet der gute Graf ein Immobiliengeschäft in Transsylvanien – na dann. Klar, dass sich der gute van Helsing sofort auf den Weg macht, um Mina vor dem Lord zu beschützen, doch als er in London ankommt, bemerkt er, dass Kollege Dracula schon in der Metropole ist. Nach dem ersten Kapitel, das wir spielen konnten, können wir natürlich nicht viel über die Story sagen. Fakt ist bisher, dass der Titel trotz seines zugegebenen seltsamen Anfangs eine extrem dichte Atmosphäre aufbaut, wovon das Spiel sogar letztlich lebt. Ansonsten konnten wir diversen Schriften (namentlich Pressemeldungen) noch entlocken, dass der gute van Helsing in Wien, Ägypten und letztlich gar in den rumänischen Karpaten nach Dracula Ausschau halten wird – das hört sich sehr vielversprechend an, zumal London schon sehr schick aussieht. Klassisch, aber gut Kurz nach der Ankunft dürft ihr auch schon das erste Rätsel lösen, wobei alle Rätsel in der Preview noch keine allzu große Herausforderung gewesen sind. Eine kleine Neuerung gibt es im Adventure-Genre schon: Erstmals gilt es aus diversen Zeitungen Informationen herauszufiltern, die euch dann einen Standpunkt oder gar Hinweis auf ein Rätsel preisgeben. Die Lösung des ersten Rätsels ist jetzt nicht etwa 42, sondern ein Friedhof, wo ihr mit einem Totengräber sprecht, woraus weitere Rätsel folgen. Kombinationsaufgaben dürfen in einem Adventure selbstverständlich nicht fehlen, weshalb ihr des Öfteren ein klein wenig Weitsicht beweisen müsst. Sehr angenehm war auch die sofort eingängige Steuerung, die zwar keinerlei Sprünge verzeichnet, sich aber durch einige komfortable Features behauptet: Die Laufwege zwischen den Orten sind angenehm kurz ausgefallen, was schon fast wie ein Wunder klingt, weil viele Adventure-Fans die langen Laufwege in Kombination mit lahmen Charakteren harsch bemängeln. Ansonsten aber klickt ihr aus einer schrägen Isosicht euren Helden von Bildschirm zu Bildschirm, managed die Gegenstände im sehr aufgeräumten Inventar und sucht im Logbuch nach Hinweisen, die ihr eventuell verpasst habt. Noch eine kleine Sache zum Gameplay: Der Mauszeiger ändert seine Form, wenn ihr einen Gegenstand gefunden habt, den man untersuchen kann. Sieht gut aus Grafisch kann Dracula: Origin ziemlich überzeugen, was nicht zuletzt an den atmosphärischen Gegenden und den tollen vorgerenderten Hintergründen liegt. Dennoch weiß das viktorianische Ambiente jederzeit zu gefallen, weil es mit viel Liebe zum Detail ins Spiel eingebracht worden ist. Wer Angst hat, dass die Charaktere Adventure-typisch eher schwach gemacht sind, kann beruhigt werden. Frogwares hat sich die Mühe gemacht und selbst die Schauspieler dieses Dramas ziemlich detailreich modelliert – sehr gute Arbeit. Die englische Sprachausgabe konnte bisweilen überzeugen, zumal es auch sehr viele verschiedene Akzente gibt (französisch beispielsweise). Wir hoffen, dass die deutsche Synchronisation einen ebenbürtigen Standard haben wird. |
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Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions
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