Japano-Games auf einer amerikanischen Konsole? Das ist bekanntlich eine Seltenheit, kommt aber in der heutigen Zeit immer häufiger vor, zumal die Xbox 360 sich am Markt der Konsolen etablieren konnte. So haben sich bestimmt zahlreiche Xbox’ler über die Ankündigung eines neuen Katamari-Spiels gefreut, das exklusiv für die Konsole aus Redmond erscheint. Die Katamari-Reihe war damals besonders auf der Playstation 2 sehr beliebt und feierte mit Teil eins und zwei zahlreiche Erfolge, besonders im Land der aufgehenden Sonne. Nach zwei PS2-Auftritten kam eine Portierung für die PSP auf den Markt, die herbe Kritik hinnehmen musste. Wo bleibt die Innovation? Wo bleiben neue Ideen? Das waren Hauptgründe für zahlreiche nur durchschnittliche Wertungen. Ist das simple Spielprinzip langsam ausgeschlachtet? Wie schaut es mit der 360 Version aus? Kann diese wieder an die alten PS2 Zeiten anknüpfen? Mehr dazu lest ihr im Test!
Der König und sein Übermut Da hat der King of Cosmos wieder einmal ziemlichen Mist gebaut. Warum muss er auch immer übertreiben? Bei einem lockeren Tennis-Match haut der Blaublut-König die Filzkugel so stark gen Himmel, sodass diese ein Loch in die Wand des Universums reißt und somit alle Planeten und Sterne in die Dunkelheit geschluckt werden.
Na toll, jetzt kann man ja wohl nicht mehr von einem Universum reden oder? Keine Planeten, keine Sterne. Dunkelheit und endlose Leere beschatten den Kosmos. Da muss der König seinen Spielfehler aber wieder gut machen und schickt seinen jungen Prinzensohn auf die Erde, damit dieser das Universum wieder zum alten Glanz verhelfen kann. Klar, die Geschichte ist albern. Klar, sie ist so albern, dass sie schon wieder lustig ist. Aber das zeichnet doch ein Katamari-Spiel aus, oder nicht? In Beautiful Katamari geht es wie in den drei Vorgängern darum, durch den Katamari (eine Kugel, die alle Gegenstände an sich saugt und dadurch immer größer wird) neue Planeten zu formen. Dies gelingt aber nur, wenn der Katamari durch geschicktes Rollen zahlreiche Dinge an sich heftet, damit dieser eine gewünschte Größe erreicht. Seit ihr zu Anfang noch in einem kleinen Zimmer mit dem Aufrollen zahlreiche Gegenstände wie Stifte, Bücher, Essen oder Flaschen beschäftigt, müsst ihr später in der Stadt Autos, Häuser und Wolkenkratzer aufrollen, so dass ihr zu guter letzt die komplette Welt mit eurem Katamari umrundet, damit dieser eine gigantische Größe erreicht.
Im Grunde bietet Beautiful Katamari das gleiche Gameplay, wie seine Vorgänger. Natürlich macht das auch heute noch unglaublich Spaß und süchtig, aber langsam wird es doch auch ein wenig langweilig. Denn auch die Xbox-Version hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie eins die PSP-Fassung. Es fehlt die Innovation, die Nutzung von neuen Ideen, die frischen Wind in das Katamari-Universum bringen. Stattdessen besinnt sich Bandai-Namco auf alte Tugenden, mehr nicht. Das ist wirklich schade, zumal Fans der früheren Spiele im Grunde nichts Neues präsentiert bekommen. Neben der normalen Karriere dürft ihr euch zudem gegen andere Spieler via Xbox-Live beweisen. Hier gilt es darum, wer die größere Kugel in einer bestimmten Zeit rollt. Das wird dadurch erschwert, indem ihr zum Beispiel per Turbo gegen euren Feind rollen könnt, damit dieser wiederum ein paar Gegenstände verliert. Der Online-Modus ist ganz nett, kann aber nicht auf Dauer überzeugen, da einfach zu wenig geboten wird. Japan-Pop und Stick-Gameplay Fehlender Neuerungen zum Trotz zeigt sich Beautiful Katamari immer noch von seiner kunterbunten Seite mit einem typischen Japan-Stil. So wirkt die gemalte Grafik immer noch frisch und lustig, während ihr beim Aufrollen von tollen japanischen Popmusik-Stücken begleitet werdet. So kann man richtig in den Genuss des fernen Ostens kommen, zumal die Musik nicht einmal langweilig wird. Leider wurde das Spiel nicht ins deutsche Übersetzt und so muss man sich durch kleinere englische Texte kämpfen, die aber nicht wirklich schwer zu verstehen sind. Aber das Wichtige ist die Präsentation von Beautiful Katamari und die kommt wie immer sehr witzig rüber und versteht es, abstrakt und ungewöhnlich zu wirken, was das Spiel doch ein wenig einzigartig macht.
Wie steuert sich eigentlich der Prinz mit seinem Katamari? Die Steuerung beruft sich dabei auf die beiden Analog-Sticks und ist sehr gewöhnungsbedürftig und nicht einfach. So müsst ihr mit dem linken Stick spielen, wenn eure Kugel nach rechts rollen soll und den rechten Stick berühren, um eine Linkskurve einzuschlagen. Das klingt für euch ein wenig kurios? Das ist es auch und funktioniert nicht so einfach. Hier müssen sich Spieler erst einmal daran gewöhnen. Auch die Kameraführung hat ihre Probleme. Da diese automatisch geführt wird, kann es des Öfteren vorkommen, dass diese durch große Gegenstände die Sicht versperrt und ihr für wenige Sekunden nichts mehr seht. Stellt sich zum Schluss noch die Frage, ob der Titel „Beautiful“ dem Spiel gerecht wird. Um es direkt auf den Punkt zu bringen. Nein! Beautiful Katamari sieht auf der Xbox genauso aus, wie auf der PS2 vor mehreren Jahren nur in einer höheren Auflösung. Das ist einfach zu wenig für heutige Verhältnisse, zumal die Grafik somit der 360 nicht gerecht wird.
|
|
|
© by Spieletester.com
Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions
Gestaltung und Umsetzung: Vic24 Websolutions






