Coop-Shooter sind momentan in Mode. Kane & Lynch: Dead Men, Conflict: Denied Ops und nun Army of Two. Das sind die derzeitig vorhanden Shooter, die euch das Leben zusammen versüßen wollen. Während die ersten beiden genannten leider nicht so toll waren, wie man angenommen hat, scheint Army of Two, welches wir von EA Austria freundlicherweise zugestellt bekamen, um einiges besser zu sein. Was sagt der Langzeittest?
Die Story ist… gelinde gesagt … ein Stereotyp an sich. Zwei absolute Patrioten müssen den Amerikanern im Irak, in China, Somalia und Afghanistan aushelfen. Diese beiden Typen heißen Rios und Salem und sind ein eingefleischtes Team – zwei Profisöldner. Die Gegner: Terroristen aus aller Welt, Einzelgänger aus Afrika, einige Rebellen und Selbstmordattentäter mit Bombengürtel. Die gesamte Aufmachung des Spiels wirkt wie ein einziges Klischee, die Geschichte trieft förmlich nach Patriotismus (schaltet mal das Pause-Menü ein, eine amerikanische Flagge ziert den Hintergrund des Popoups).
Kurz, aber knackig
Army of Two besteht aus sechs Hauptmissionen, die je eine bis maximal zwei Stunden andauern, in der ihr lineare Wege durchlauft und Feinde reihenweise abknallt. Die Missionsziele sind dabei ein Meisterwerk von Recycling und bieten rein gar nichts an Neuerungen. Terroristenbasis stürmen, unterwegs einen der Hauptmänner abknallen, Geisel retten und ein wichtiges Objekt einsacken, um anschließend abgeholt zu werden. Wirklich cool sind da einige Abschnitte, in denen ihr mit dem Hovercraft über das Wasser düst oder euch ein wenig im Paragliding übt und hierfür die Sixaxis-Technologie benutzt, die sich als praktisch und gut für diesen Einsatz erweist.
Beim Gameplay muss man doch leider sagen, dass EA massig Potenzial verschenkt hat. In der Kampagne übernehmt ihr immer mal Rios oder mal Salem und könnt dem jeweils anderen per Steuerkreuz Befehle geben, wie zum Beispiel stürmen, sammeln oder Stellung halten. Hierbei könnt ihr außerdem darüber entscheiden, ob euer Kollege eine defensive oder aggressive Art und Weise an den Tag legen wird. Den Grund dafür lest ihr gleich. Ab und an dürft ihr eine Räuberleiter bilden, mal setzt ihr einen Schild ein, um euch selbst zu schützen und dem Kollegen ein freies Sichtfeld zu geben oder steht Rücken an Rücken und ballert in Slow-Motion Feinde reihenweise ab – ohne Angst zu haben, dass die
Munition ausgeht. Sollte doch mal der Ausnahmefall eintreten und einer von den beiden zu Boden gehen (Todstellen ist übrigens auch möglich!), zerrt ihr ihn in eine ruhige Ecke und verabreicht ihm eine Medizin. Cool: Seid ihr der Verletzte, könnt ihr noch ein wenig schießen.
Die Sache ist aber leider, dass Army of Two nur an wenigen Hotspots Räuberleitern ermöglicht oder auch nur einige Stellen im Spiel das „Rücken an Rücken“-Feature ermöglichen. Dadurch minimalisiert EA die Liste an Features doch wieder auf ein absolutes Minimum. Auch der „Coop“-Sniper-Einsatz ist äußerst selten zu gebrauchen und wird oftmals nur dann eingesetzt, wenn es das Spiel auch wirklich erfordert. Schade, da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Außerdem hat Army of Two noch ein weiteres Problem: Die Taktik.