Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs (Tests)
Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs (NDS)
Obwohl sich die Touchscreenbedienung eigentlich ideal für das Spielprinzip klassischer Adventures eignet, findet man nicht allzu viele Vertreter dieses traditionsreichen und sonst PC-typischen Genres auf dem Nintendo DS. Umso erfreulicher mutet doch da die Nachricht an, dass nach einem Jahr (!) der Verschiebungen nun endlich das erfolgreiche Ägypten-Abenteuer „Ankh“ vom PC auf den DS portiert wird. Diese Nachricht hätte zumindest erfreulich sein können. Warum vom Kauf des bekannten Spiels unter neuem Namen (dieses Mal mit Untertitel) nach all der Wartezeit leider abzuraten ist, klärt der ernüchternde Test. Die Geschichte des jungen Assil Im alten Ägypten feiert ein Jugendlicher namens Assil eine verbotene Party in einer Pyramide und handelt sich in der Grabkammer durch ein Missgeschick einen Fluch ein. Ohne es zu wollen, gelangt er dabei in den Besitz des Ankh. Nun will er mit dem Ankh um den Hals den amtierenden Pharao bitten, den Todesfluch aufzuheben. Da man aber nicht mal eben so mit dem Pharao quatschen kann, beginnt hier das Abenteuer für Assil. Nach der einleitenden Zwischensequenz – eine der wenigen von nur geringfügig ruckliger Natur - findet ihr euch in eurem Zimmer wieder – inklusive Hausarrest, wegen des kleinen Zwischenfalls. Hier beginnt ein Klassiker hinsichtlich der Frage, wie man unbemerkt aus dem Zimmer gelangt. Draußen findet ihr euch dann in Kairo wieder und fallt sofort einem Gaunerduo in die Hände. Zuerst das Gute… Ankh schafft es – soviel vorweg – bei weitem nicht, alle Stärken der PC-Version zu übernehmen. Diejenigen, welche aber – teilweise ohne großen Aufwand – erhalten bleiben, sind der absolut geniale, adventure-typische, teilweise vollkommen wirsche Humor, die nicht weniger wirsche Story, die deutlichen Anleihen an Stärken (aber auch Schwächen) alter LucasArts-Adventures sowie die professionelle und auf dem DS erstaunlich gut klingende Sprachausgabe in den Dialogen, die der freche Protagonist Assil im Laufe des Spiels mit den seltsamsten Gestalten führt. Wirklich geglückt ist die Steuerung Assils selbst, da man den Hauptcharakter wahlweise mit dem Steuerkreuz oder genauso präzise mit dem Touchpen bewegen kann. Da wir schon bei der Steuerung angelangt sind, muss …nun das unfassbar Schlechte folgen. Bereits im ersten Raum – und erst Recht im weiteren Verlauf des ersten Kapitels – wird ein großes Manko der DS-Fassung deutlich: Das Geschehen und somit die Gesamtheit aller (rätselrelevanten) Gegenstände wird viel zu winzig dargestellt. Es verkommt zu einem Test der Marke „Augenarztbesuch“, wenn ihr versucht, in den weitläufigen Arealen einen nützlichen Gegenstand zu finden. So geht im ersten Kapitel eine Schwingtür nicht auf. Die Lösung: Eine Eisenstange hinter bzw. oberhalb der Tür muss entfernt werden. Schade nur, dass ich diese „Eisenstange“ nicht einmal als Zahnstocher oder Nähnadel wahrgenommen hätte, denn sie hat ungefähr eine Breite von einem bis zwei Pixeln auf dem DS-Touchscreen. Kennt noch jemand die Bücher von „Wo ist Walter?“ Diese waren im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel gegen die Fummelei bei Ankh – Der Fluch des Skarabäenkönigs, jedoch besonders auf „normal“. Der andere Schwierigkeitsgrad „leicht“ bewirkt, ohne, dass die Anleitung darauf hinweisen würde, dass Gegenstände (allerdings nur minimal) umrahmt sind. Es ist streitbar, ob es sich hierbei tatsächlich um einen Schwierigkeitsparameter oder viel eher eine Selbstverständlichkeit handeln sollte, welche allerdings immer noch schlecht sichtbar ist. Der Spaß geht aber sowieso erst richtig los, wenn ihr die - auf „normal“ mit der Leselupe - gefundenen Gegenstände mit dem Touchpen berühren und aufnehmen wollt. Hätte ich nicht mit meinem eigenen DS Lite gespielt, hätte ich vermutlich einen angespitzten Bleistift verwendet… Leider kommt es noch schlimmer und ich sehe mich genötigt, den Teil mit den schlechten Aspekten des Spiels bedeutend länger als den obigen der positiven Merkmale zu gestalten. Theoretisch könnte man mit ein wenig Geduld ja die Sucherei ertragen und sich nach etlichen Stunden des Herumirrens doch bis zum Ende des Spiels wurschteln. Leider nur theoretisch, denn... Geschrieben von: Pascal Höper am 12.10.2008
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