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Race Driver: GRID (Tests)

Race Driver: GRID


Race Driver: GRID (NDS)

Für die Heimkonsolen von der Fachpresse überdurchschnittlich gut bewertet, erscheint der DTM-orientierte Raser Race Driver: Grid nun auch für den Handheld, der bisher nicht unbedingt die allererste Wahl für Rennsport-Fans war: den Nintendo DS. Nicht nur, dass sich der Touchscreen in Rennspielen nur bedingt verwenden lässt, auch die grafischen Möglichkeiten sind auf Nintendos Klappgerät limitiert. Darf sich „Grid“ in der Unterwegs-Version trotzdem einen Platz auf dem Treppchen erhoffen?

Es darf; soviel vorweg. Warum ich gleich zu Beginn mit der Wertungstür ins Testhaus falle, liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich den ersten Eindruck der ersten Runde in den ersten Satz des Tests einfließen lassen wollte. Wagt man sich anfangs erst einmal allein in ein schnelles Rennen, liegt sofort der Duft von leider immer seltener gerochener Früh-Euphorie in der Luft. Bei Race Driver: Grid gibt es noch eine weitere Seltenheit: Der wohlriechende Motivationsdunst will gar nicht abziehen.


Wer mit wem wohin fährt

Aber raus aus der Metaphorik und ab ins Spiel: Von einem system-untypisch hoch aufgelösten Einführungsvideo geht es ins Hauptmenü, in welchem dem angehenden Rennprofi der Einzelspielermodus, der Mehrspielermodus und Optionen zur Verfügung stehen. Letztere umfassen Steuerungs- und Soundoptionen, Aktivierung von frei geschalteten Cheat-Codes, Spracheinstellungen, Aktivierung der DS-Rumble Pak-Unterstützung und geringfügige Anpassung des HUD (beispielsweise Wahl zwischen km/h oder mph).

Am Einzelspielermodus fällt – für Manchen vielleicht negativ – auf, dass es kein echtes „Schnelles Spiel“ bzw. Einzelrennen gibt. Stattdessen müsst ihr, wenn ihr allein fahren wollt, die Welttournee starten, per Globus-Berührung eine der drei Regionen (USA, Japan, Europa) auswählen und euch zahlreichen unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Dieser Modus ist sozusagen Kern des Spiels und absolut gelungen. Dem Rennsportbegeisterten gefällt, dass viele wichtige Karossen bzw. Hersteller mit von der Partie sind und die Lizenzen gut ausgewählt wurden. Auch die Feinheit, dass es die Autos mit unterschiedlichen Lackierungen und Aufkleber-Sätzen gibt und Sondereditionen durch gute Rennleistungen freispielbar sind sowie die Farbe des Lacks mittels Farbtabelle wählbar ist, dürfte der Spielergemeinde zusagen. Die vielen Fahrzeuge mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen – von Aston Martin bis Koenigsegg – machen die unterschiedlichen Herausforderungen dank ihres ziemlich beeindruckenden Anblicks noch unterhaltsamer.

Bleifuß war gestern

Noch beeindruckender ist allerdings, wie die Programmierer einfach locker 90 % der DS-Spezialitäten nutzen (vom Mikro einmal abgesehen). So ist die Steuerung über das Digitalkreuz äußerst präzise und direkt und lässt steuerungstechnisch keinen Frust aufkommen. Dies liegt auch in erster Linie daran, dass der Kompromiss aus realistischer Simulation und spaßigem, unkompliziertem Rennspiel bisher selten so gut aufging wie bei diesem sprichwörtlichen Renner. So kommt man hier ganz sicher ohne gutes Bremsen, gefühlvolles Manövrieren durch Schikanen und gut getimtes Beschleunigen nicht weiter. Man wird aber auch wegen einer etwas zu hastig genommenen Kurve nicht gleich drei Schleudertraumata auf einmal bekommen. Fies realistisch wird es nur dann, wenn es einen so richtig in den Kies geschossen hat – dann empfiehlt sich meist nur noch der Abbruch bzw. Neustart. Doch ich war bei der DS-Feature-Nutzung: Als extrem hilfreich, ja fast schon unabdingbar, erachte ich hier die Anzeige der Rennstrecke in Kartenform auf dem unteren Bildschirm. Hier sieht man, auf was man sich bei der nächsten Kurve gefasst machen sollte und wo die Konkurrenz herumkurvt. Der Zustand des Wagens wird ebenfalls auf dem unteren Bildschirm mittels Kontrollleuchten angezeigt. Es gibt zwar kein äußeres Schadensmodell – das wäre dann doch etwas zu viel für den kleinen Nintendo – aber die funktionsrelevanten Schäden werden angezeigt und machen sich auch im Fahrverhalten bemerkbar – mit einer durch einen Crash pulverisierten Radaufhängung ist das Rennfahrerdasein eben nur noch halb so lustig. So ist das. Apropos Rennen fahren: Die Herausforderungen gehen abwechslungsreich über den Rennspiel-Alltagsbrei hinaus.


Nicht nur Zeitfahren sollte euch liegen, auch Lenkherausforderungen, in denen man schnell genug auf der Ideallinie durch Tore fahren oder das „Zielbremsen“, bei welchem ihr hoch beschleunigen und zum richtigen Zeitpunkt bremsen und in einem Kreis landen müsst, wollen beispielsweise von euch gemeistert werden. Glücklicherweise sind Motivations- und Lernkurve dank des stetig, aber sehr behutsam ansteigenden Schwierigkeitsgrades genau richtig, was auch daran liegt, dass das Spiel sich nicht mit sturköpfiger Linearität selbst im Weg steht, sondern euch die Wahl lässt, welche Herausforderung ihr als nächstes bestreiten wollt. Eure Leistungen werden bei jeder Aufgabe und jedem Rennen – wenn ihr gut seid – mit einer bis drei Medaillen bewertet. Was mir hier sehr gut gefallen hat, ist, dass die drei Medaillen immer in realistischer Reichweite bleiben und man nicht das Spiel mit seinen 37 Strecken und 29 Wagen 10 Stunden am Tag spielen muss, um mal eine Chance auf einen solchen Rang zu haben. Dabei hilft auch, dass das optimale Auto für die jeweilige Herausforderung manchmal vorgeschrieben, manchmal als Empfehlung schon ausgewählt ist, so weiß man, dass die Aufgabe mit jenem Fahrzeug auf jeden Fall zu packen ist und jeder Spieler ordentlich an Reputationspunkte und frei zuschaltende Objekte sowie neue Herausforderungen kommen kann. Schwierig sind einige Rennen – vor allem bei Regen – trotzdem. Gut so, denn ein zu leichter Schwierigkeitsgrad unterhält auch niemanden! Die eine oder andere Schwierigkeit kommt allerdings auch manchmal dadurch zustande, dass die KI-Gegner sehr grob fahren und meist auch der berühmte Schienen-Vergleich passt. Abdrängen werden euch die Gegner häufiger mal, umgekehrt wird es so gut wie nie passieren, das ist schade.

 

Geschrieben von: Adam Smieja am 12.09.2008



Tags:

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Race Driver: GRID Testbericht


 
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Kommentar
Wer den Test gelesen hat, ist auf diese kleine Textbox neben meinem hübschen kleinen Porträt wohl kaum angewiesen – auch wenn ich es vollkommen nachvollziehen kann, wenn euch ohne diesen Anblick etwas fehlen würde…Wie dem auch sei: Wer neben den Kindereien im superben Renner Mario Kart auf dem DS gern mal ein – wenigstens bis zu einem gewissen Grad – realistisches Rennspiel spielen möchte, greift zu. Punkt.

Redaktionswertung
... zu Race Driver: GRID:
Grafik: 13 Punkte
Sound: 12 Punkte
Gameplay: 12 Punkte
Steuerung: 14 Punkte
Mehrspieler: 14 Punkte

Gesamtwertung

87 Prozent

Award
User-Wertung
Positiv
  • + gute Steuerung
  • + toller Editor
  • + sehr gute Grafik für den DS
  • + hohe Motivation
  • + super Geschwindigkeitsgefühl
  • + Einzelkarten-Multiplayer
Negativ
  • - Gegner fahren meist sture Schienenlinie
  • - kein klassischer „Schnelles Spiel“-Modus
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