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Fracture (Tests)

Fracture


Fracture

Eine Fraktur (lat.: frangere – brechen) ist eine Unterbrechung der Kontinuität eines Knochens unter Bildung zweier oder mehrerer Bruchstücke (Fragemente) mit oder ohne Verschiebung (Dislokation)“ – so sagt es das Wissenslexikon Wikipedia (der Link zum entsprechenden Artikel befindet sich am unteren Ende der Übersicht rechts). In Fracture werden zwar keine Knochen gebrochen, dafür aber geltende Gesetze der guten Videospielkunst. Lahme Story, flache Charaktere, lineare Levels und Features, die nach zwei Minuten langweilen. Und nach dem Mittagsschläfchen geht es dann weiter.

Die Kampagne beginnt für den Spieler in etwa so: Wtf? Es wird ohne auch nur ein klärendes Wort von irgendwelchen Auseinandersetzungen zwischen der „Atlantischen Allianz“ im Osten und den Pazifikanern im Westen. Ost-West-Konflikt. Kennen wir doch bereits. Im Osten keine Jobs und böse Regierung, im Westen alles wunderbar.  Die Ossis wollen nix mehr mit Genmalipulation zu tun haben, was den Wessis ganz und gar nicht gefällt. Verrat, Intrigen und all der Quatsch führen letztlich dazu, dass ein Krieg ausbricht. In drei Akten durchlebt der Spieler eine extrem fade Storyline, dessen visuelle Qualität einer abgestandenen VHS in nichts nachsteht. Als Jet Brody macht man sich auf die Suche nach dem Fiesling Sheridan, der eine eigene Streitmacht aufgebaut hat und gegen die Atlantische Allianz antritt.


Gute Idee, mäßige Umsetzung

Kommen wir doch auch gleich ohne groß um den heißen Brei herumzureden auf den Kern der Sache: Fracture bietet im Grunde genommen nur ein Feature: Die Verformung des Bodens. Damit ist jedoch nicht jede Bodenform gemeint, sondern nur lockerer Gesteinsboden. Alles, was irgendwie mit Metall, Stahl, Beton oder welchen Materialien auch immer zugepflastert ist, kann nicht gehoben und gesenkt werden. Die Anhebung der Erstkruste lässt sich entweder mithilfe des „Verformers“ (oha, Wortfindung +10) oder vier verschiedenen Granatentypen vornehmen. Die einen gehen in die Luft und lassen die Erde kurzerhand hochgehen, andere lassen Zacken heraussprießen, wiederum andere senken den Boden herab und letztere sind die coolsten: Sie erzeugen einen Wirbel, der alles in seiner Nähe zu sich zieht und mit der Zeit einen stärkeren Sog erzeugt, wonach er schlussendlich mit einem Kawumm in die Luft geht. Mehr als die Doppelte Höhe des Charakters selbst und dieselbe Tiefe tief wird man aber leider nicht kommen. Ähnliche Spielereien mit Wasser sind nicht möglich – laut den Entwicklern würde es an Rechenleistung fehlen, um das zu berechnen.

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Die allergrößten Probleme von Fracture sind jedoch die vielen Unzulänglichkeiten in Sachen Level- und vor allen Dingen Spieldesign. Wer hofft, oftmals in weitläufigen Arealen mit der durchaus coolen Fähigkeit herumspielen zu dürfen, wird schnell enttäuscht. Stattdessen schicken euch die potenten Macher von Star Wars: The Force Unleashed durch langweilige Innenräume, in denen es teilweise gar nichts zu deformieren gibt. Super, wenn dann eine Heerschar von Gegnern auf euch wartet. Frust und Lust geben sich ab diesem Moment die Hand – ein eher unschönes Erlebnis. Zwar gibt es hier und da einige recht coole Physikspielchen, mit denen Gegnern verhängnisvolle Fallen geschaffen werden können, doch die kommen leider viel zu selten vor.

Spannender in dem Zusammenhang ist da schon eher das Waffenarsenal. Während die Granaten bereits bekannt sein dürften, könnt ihr euch noch zusätzlich auf eine Art Granatwerfer freuen, dessen Munition sich unterhalb des Bodens bewegt und auf Knopfdruck unter den Füßen der Gegner explodiert – sieht zudem cool aus, wenn der Boden sich wie Wasser bewegt (haben die Entwickler da etwa getrickst und lediglich Wasser mit anderen Texturen programmiert?).

Technisch eher Durchschnitt

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Auf Seiten der Technik kann Fracture leider nicht allzu viel Positives vorweisen: Die Zwischensequenzen sehen, wie bereits beschrieben, mehr nach schlechter VHS-Qualität aus, die Figuren wirken wie in Perfect Dark Zero oder alternativ FIFA 07 – Latex, Wachsfiguren und alles, was sonst noch so übertrieben glatt aussieht und glänzt. Im Gegensatz zu PS3-Gamern können sich Xbox 360-Spieler über ein schärferes Bild und damit auch leicht bessere Texturen freuen, was jedoch nur bei näherem Hinsehen und in 720p auffällt. Die Physik wirkt ganz nett, hinterlässt aber eher den Eindruck als hätten die Entwickler eine coole Idee gehabt, die sie nicht so richtig zu nutzen wussten.

Der Mehrspieler-Modus brilliert nicht gerade durch Innovation, liefert er auf den zweiten Blick die Standardkost in Form von King of the Hill oder beispielsweise „Siege“. Neu hingegen ist der Modus „Ausgrabung“, welcher zwar Anleihen von King of the Hill hat, sich dennoch ein wenig anders spielt – es gibt ein Leuchtsignal mittels des Verformers auszubuddeln und die Position so lange wie möglich zu halten. Die Gegner müssen den hervorgekommenen Stachel vernichten bevor sie den Standort übernehmen können.

 

Geschrieben von: Adam Smieja am 16.10.2008



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Fracture Test

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Fracture Testbericht


 
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Kommentar
Ich hatte es bei der Ankündigung ja schon irgendwie befürchtet: Fracture wird seinen Vorschusslorbeeren nicht gerecht. Das ernüchternde Fazit: Gut zwei Jahre nach interner Spieletester.com-Ankündigung lässt sich eben gesagter Satz nach wie vor verwenden. Fracture will was Besonderes sein, kann es nicht. Zu sehr verschenken die Entwickler die coolen und vollkommen unverbrauchten Ideen, weil sie den Spieler um keinen Fall irgendwie (über-?)fordern wollen („Nutz mal die Fähigkeiten des Verformers!“ – danke für die Lösung…). Jet Brody ist keine Figur, mit der man sich identifizieren kann, die Story ist lahm und das gesamte Spiel schwächelt am fehlenden Mut zu neuen Experimenten.

Redaktionswertung
... zu Fracture:
Grafik: 09 Punkte
Sound: 11 Punkte
Gameplay: 09 Punkte
Steuerung: 11 Punkte
Mehrspieler: 10 Punkte

Gesamtwertung

74 Prozent

User-Wertung
Positiv
  • + Unverbrauchte Idee
  • + Cooler Soundtrack
  • + So manch sehr schicke Effekte dabei
  • + Ungewöhnliche Waffen laden zum Experimentieren ein
  • + Die wenigen Physikspielchen sind sehr amüsant
Negativ
  • - Schwache Story
  • - Farbloser Held
  • - Gegner-KI ziemlich erbärmlich
  • - Zwischensequenzen versetzen in Zeiten von Betamax und VHS zurück
  • - Streng linear
  • - Lösungen der Rätsel werden viel zu schnell offenbart
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