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Drakensang: Am Fluss der Zeit (Tests)
Während das Schwergewicht Mass Effect 2 im Vergleich zum ersten Teil nun deutlich mehr auf Action setzt und Rollenspiel-Fans etwas enttäuscht hat, hat man bei Radon Labs weiter das getan, was schon mal gut geklappt hat: Ein reines und puristisches Rollenspiel erschaffen. Mit Drakensang: Am Fluss der Zeit, das 28 Jahre vor Drakensang spielt, liefert das deutsche Studio ein episches Rollenspielwerk mit hohem Sympathiewert ab. Die Entwickler berufen sich auf die Stärken aus Drakensang und bauen einige neue Features ein, vergeigen aber auch an einigen Stellen ihre Aufgabe. Was Drakensang: Am Fluss der Zeit dennoch zu einem ziemlich empfehlenswerten Rollenspiel für diesen kalten Frühling in Deutschland macht, lest ihr nun in meinem Test.
Mit Liebe zum Detail Was ich persönlich immer schon an Spielen aus deutscher Hand geliebt habe war das Gefühl, dass mit viel Herzblut und Liebe zum Detail gearbeitet wurde und wird. Drakensang: Am Fluss der Zeit ist wieder einmal ein Beispiel hierfür. Ich kann eigentlich alles im Spiel aufzählen als Indiz für die großartige Leidenschaft der Entwickler zum Spiel, angefangen bei den genial lieblichen Charakteren oder den belebten Städten, über die großartige, deutsche Sprachausgabe, bis hin zu Feinheiten wie Zankereien zwischen wichtigen NPCs oder auch kleinen Nebensächlichkeiten wie Verkäufer, die sich auf dem Markt streiten. Hier hat man einfach das Gefühl, nicht in einem 08/15-Fließband-Spiel zu sein, sondern in einem Spie, bei dem die Entwickler an jedem Schritt Spaß hatten. Doch das ist ziemlich persönlich, kommen wir doch mal zu den auffälligen Punkten an Am Fluss der Zeit. Wie die meisten Rollenspiele beginnt auch Am Fluss der Zeit mit einer ordentlichen Charakter-Erstellung. Je nachdem wie firm ihr mit dem DSA-Regelwerk seid, könnt ihr entweder 5 Minuten oder ein paar Stunden in die Erstellung eures Recken stecken. Ihr könnt aus einer großen Auswahl von Archetypen, also vorgefertigten Klassen auswählen, oder die Attribute selber zusammenbasteln und nachher noch an Aussehen und Name schrauben. Zu dem Klassen aus Drakensang sind noch der Stammeskrieger und der Geode hinzugekommen. Letzterer ist wirklich interessant, da sich der Geode sehr schwierig spielt. Er unterstützt seine Gruppe zum Beispiel mit Heilzaubern und fällt im direkten Nahkampf quasi sofort um und ist daher auf keinen Fall ein Einstiegs-Held. Ganz anders ist da der Stammeskrieger, der sich simpel und straight-forward spielt, ihr haltet extrem viel aus und kloppt einfach geradeaus drauf los. Warum denn nicht gleich so? Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille, denn nicht alles ist in Am Fluss der Zeit besser als noch in Drakensang. So habt ihr zum Beispiel eine recht statische Party, in der vor allem gegen Ende des Spiels quasi kaum noch Dynamik oder Austausch herrscht, ganz zu schweigen davon, dass ihr keine Beziehung mehr eingehen könnt. Doch im Groben und Ganzen hält sich Am Fluss der Zeit qualitativ sehr an Drakensang und ist damit ein rundum gelungenes Rollenspiel für wirkliche Genre-Fans. Geschrieben von: Philipp Kleidt am 10.03.2010
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