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The Void (Tests)

The Void


The Void

Der Tod. Ein Thema, über das kein Journalist gerne schreibt, weder in der Spielebranche noch in Publikumsmedien. Gefühle kommen hoch, vor allem dann, wenn es persönlich wird. Doch eine Frage quält Philosophen seit je her. Was passiert mit unserer Seele nach dem Tod? Eine Antwort darauf gibt es nicht und wird es vielleicht auch nie geben. In Ice Pick Lodge und Ataris neuestem Adventure seid ihr tot und müsst die dortige Welt mit der Seele der Farben und Glyphen zu neuem Leben erwecken.

Der Anfang von „The Void“ ist bizarr wie unklar zugleich. Eine sanfte, aber bestimmende Stimme gibt euch die ersten Hinweise auf das, was euch erwartet. „Fürstinnen werden vor dir niederknien!“ heißt es. Wunderschöne Fürstinnen, nackt und nur von einigen schimmernden Pixelrauchwolken bedeckt, kauern, wimmern und spielen vor euch, verwirren euren Geist, versuchen euer Denken über den Tod, die Seelen und dergleichen zu manipulieren. Böse sind sie nicht. Alle besitzen sie eine eigene Geschichte, die eine trauriger als die andere.

Grotesk und doch so schön

Das Hauptelement dieses beklemmenden Adventures ist Farbe. „Farbe kann Leben geben, aber Farbe kann auch den Tod bedeuten“ sagt die erste bezaubernde Fürstin, kauernd unter Wasser. Insgesamt stehen euch sieben Farben (genannt „Lympha“) zur Verfügung und 21 verschiedene Glyphen, um diese Farben anzuwenden. Nicht nur die umliegenden Bäume benötigen das Lebenselixier, sondern auch ihr selbst. Auf der üppigen Weltkarte rafft euch die Hungersnot dahin, eure Lympha verringert sich kontinuierlich. Mithilfe von Glyphen lassen sich verwelkte Bäume zu neuem Leben erwecken. Glyphen sind verschiedene Zeichen, beispielsweise ein alpha oder einfach nur ein Kreis, mit unterschiedlichen Wirkungen. In den verschiedenen Gegenden findet ihr hingegen kleine Pflanzen verschiedener Farbgattungen – sammelt diese auf und eure verschiedenen Herzen mit ihren Attributen (beispielsweise Vertrauen) füllen und erhöhen sich.

Gegner gibt es auch, davon jedoch nicht zu viele, denn „The Void“ tut eines: Es spielt mit euch. Nicht andersherum. Jeder dunkle Gang wird mit subtil anmutenden Klängen unterstrichen, Gänsehautfeeling durch und durch ist bemerkbar – überall könnte doch einer dieser grotesken Monster oder gar Wächter sein. Mit denselben Pinselstrichen, wie ihr den Bäumen neues Leben eingehaucht habt, wehrt ihr euch gegen die Unholde, dessen Gesichter und Animationen ein Ding für sich sind. Greifen euch fliegende Bussard-ähnliche Monströsitäten an, wählt ihr schnell die grüne Farbe aus der Farbpalette und malt einen Kreis, damit ein nahezu undurchdringlicher Schild entsteht. Ein dumpfer Schlag, ein toter Gegner.


Extrem abschreckend, wenn nicht gar gruselig sehen die oben genannten Wächter aus. In bester Hellraiser-Manier treten die mechanisch-menschlich wirkenden „Dinger“ auf, flüstern euch mysteriöse und zum Teil verstörte Botschaften ins Ohr. Je nach eurem Verhältnis zu den holden Weiblichkeiten und den Wächtern selbst, ergeben sich neue Handlungsstränge, dessen Wendungen und Informationen das gesamte Erlebnis gar komplett auf den Kopf stellen. The Void spielt mit euren Gefühlen, es entführt in eine gar abstruse Reise, die genre-spezifisch vielleicht nicht viele Freunde hat, aber kulturell einen Beitrag zu guten und vor allem gewaltfreien Spielen beiträgt.

The Void hat nur wenige Schwachpunkte: Der „Held“ des Spiels bewegt sich einfach viel zu langsam und die normalen Kämpfe, obgleich sie gewiss nicht Hauptaugenmerk des Spiels sind, prasseln an euch ab als wären es kleine Regentropfen. Ebenso sitzt euch ein zum Teil fieses Zeitlimit im Nacken, bei dessen Ablauf ihr leider den Game-Over-Bildschirm entgegenblickt. Zuletzt bleibt die Frage: Ist dieses etwas andere Spiel auch wirklich etwas für euch?

 

Geschrieben von: John-Henry Drabeck am 09.06.2009



Tags:

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The Void Testbericht


 
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Kommentar
Ganz ehrlich? Mir fiel der Test schwer. The Void verbindet bekannte Spielmechaniken (Pinselstriche mit der Maus, kleine Ego-Perspektiven-Rätsel und gelegentliche Auseinandersetzungen) mit seinem absurd grandiosen Stil, der vielen Spielern wahrscheinlich so gar nicht zusagen wird. Auf der anderen Seite: Ich kann sehr gut verstehen, warum manche Designstudien des Spiels auch im Moscow Museum of Modern Art ausgestellt werden. The Void ist anders, beklemmend und verstörend – kein Spiel für zart-besaitete Naturen, die mit dem Thema „Tod“ nicht mehr als Furcht und Scheu verbinden.

Redaktionswertung
... zu The Void:
Grafik: 12 Punkte
Sound: 13 Punkte
Gameplay: 12 Punkte
Steuerung: 13 Punkte

Gesamtwertung

80 Prozent

Award
User-Wertung
Positiv
  • Einzigartiger Stil
  • Große Spielwelt, frei begehbar
  • Beklemmende Musik und verstörte Visionen von Leben und Tod
  • 21 verschiedene Glyphen, 7 verschiedene Farben – ein bunter Mix entsteht
  • Mehrere Handlungsstränge je nach Handlung des Spielers
  • Wächter-Design grotesk wie auch absurd genial
  • Sexy Fürstinnen
  • Kämpfe gegen Wächter sind ein Erlebnis für sich
Negativ
  • Sehr langsames/träges Lauftempo des Helden
  • Zum Teil fieses Zeitlimit
  • Normale Kämpfe eher belanglos
  • Spielstil nicht jedermanns Sache
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Meinungen
Am Sonntag, 25.Okt 2009, 00:06 schrieb Annette Grenda
Hallo!
Ja, da sage ich gerne etwas dazu! Abgesehen von den sehr schönen künstlerischen Seiten des Spiels - obwohl die ständige "Räkelei" der gefütterten Ladys mit der Zeit doch etwas eintönig wird - muss man für dieses Spiel eine hohe Frustrationsschwelle haben! Es gilt eine Möglichkeit zu finden, in eine Kammer zu gelangen, in der sich "Farbe" befindet, bevor die Zeit abläuft. Äußerst nervig beim Laden eines gespeicherten Spielstandes ist es, wenn einem dadurch immer die gleichen Wächter begegnen, mit immer den gleichen Geschichten; das macht die ganze Atmosphäre des Spiels total zu Nichte und außerdem ist es ein fieser "Zeitfresser". Es gibt auch ziemlich knifflige Gruselshooter, die auch nach mehrmaligem Wiederholen von schwierigen Passagen längst nicht so anstrengend werden, wie Teile dieses Spiels. Und ich war anfangs schwer begeistert, auch wenn ich mich ohne Handbuch mehrere "Minuten" durch die verschiedenen Funktionsweisen von "The Void" gequält habe. Naja, man merkt doch schnell, dass dieser Spieleerfinder scheinbar nicht weiß, wo`s beim spielen drauf ankommt - nämlich, sich in die Lage eines Spielers zu versetzen: alle Achtung, wenn ein Zwölfjähriger - für den es gedacht ist - nach drei Stunden noch nicht die Tastatur in die Ecke geworfen hat - da darf man echt kein Aufmerksamkeits- oder Gedultsdefizit haben! Ich bin sehr froh, dass ich danach mein altes Far Cry reingeschmissen habe, sonst hätte ich an meinem wahrscheinlich letzten gemeinsamen Abend mit "The Void" in mein Blümchenkopfkissen weinen müssen!
Vielleicht gibt`s ja bald eine Komplettlösung für das doch schöne Spiel -
bis dann, Annette


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