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Empire: Total War (Tests)

Empire: Total War


Doch bevor wir uns endgültig dem martialischen Part des Tests widmen, möchte ich noch kurz auf die Diplomaten-KI eingehen, denn die war ja bekanntlich bei den Vorgängern immer so ein Negativaspekt. Viel zu undurchsichtig, willkürlich und total abstrus haben da die Männer gehandelt. Jetzt, einige Jahre und Erfahrungen später, haben die Jungs bei Creative Assembly clevere Möglichkeiten gefunden. Diplomaten werden nicht mehr entsandt, sie sind einfach da und verrichten ihre Arbeit. Verbündete machen keinen Unfug mehr mit den abgeschlossenen Verträgen, haben reale Vorstellungen und lassen sich gerne (und vor allem logisch nachvollziehbar!) manipulieren. Ein Geschenk hier, Handelsabkommen da, kleinere Geldspritzen und vielleicht noch bei ganz viel Wohlwollen ein Gebiet für den besten Freund abtreten. Die Handlungsfreiheiten sind immens und die just genannten Möglichkeiten sind nur einige wenige von extrem vielen.

Den Aufstand niederschlagen

Die Seeschlachten sind der größte Pluspunkt des Spiels - optisch wie auch spielerisch!
Die Seeschlachten sind der größte Pluspunkt des Spiels - optisch wie auch spielerisch!
Total-War-Hasen wird beim Spielen eigentlich gleich eine Sache schon auffallen: Die Strategiekarte hat sich ziemlich stark geändert. Vorbei sind die Zeiten von überfluteten Infopools – die Anzahl der Regionen wurde auf ein annehmbares Minimum heruntergeschraubt, woraus wesentlich mehr Übersicht sowie weniger Grenzkämpfe entstehen (die sowieso unnötig waren!). Und ganz nebenbei schafft es auch ein wenig Ruhe in den Spielfluss, denn es war einfach zu viel los, selbst für Hardcore-Gamer und Micromanagement-Experten. Jede Region besitzt jetzt nur noch eine Hauptstadt, die mit sechs Gebäuden ausgestattet werden kann, die widerum mächtig aufzumotzen sind. Der Rest verlagert sich automatisch auf das naheliegende Umfeld und dient quasi als Versorgungslinie, die dann auch recht anfällig auf feindliche Übernahmen reagiert. An Küsten lassen sich auch neuerdings Fischereien, Handelshäfen oder auch Militärhäfen errichten.

Im Krieg gibt es ja bekanntlich immer so ein pikantes Problem: Der Nachschub an neuen Mannen. Während ihr noch in den Vorgängern von Total War in eine Stadt musstet, dort neue Leute ausgebildet habt und diese erst einige Runden warten mussten bis sie eingreifen konnten, hat sich das in Empire: Total War etwas geändert. Ihr beordert einfach neue Truppen an, die am nahesten zum größten vorhandenen Trupp herangebildet und dann automatisch zur Armee hinzugezählt werden. Dieses durchaus angenehme Feature führt sogar soweit, dass ihr einen gefallenen General im Eifer des Gefechts neu ausbilden könnt (aber das ist wie bereits beschrieben sündhaft teuer und manchmal auch nicht mal der Überlegung wert, wenn der Kampf ohnehin als gewonnen oder verloren gilt).

Was sich Creative Assembly dann noch bei den verdammt genialen Schlachten geleistet hat, ist ein Bilderbuch der strategischen Kriegskunst. Die Möglichkeiten sind vielfältiger als je zuvor, die Konkurrenz wurde messerscharf beobachtet, ja sogar Spielelemente aus Codename Panzers und Co. finden bei Empire: Total War einen Platz. Klassisch kann jede Auseinandersetzung natürlich auch zugehen: ihr lasst den Kampf einfach auswürfeln. Unsere Ergebnisse hierbei waren prinzipiell immer logisch, allerdings haben wir doch bemerkt, dass der direkte Eingriff in so manche Schlacht ein anderes – für uns angenehmeres und vor allem verlustfreieres – Ergebnis lieferte.

Auch die Schlachten an Land verdienen das Prädikat
Auch die Schlachten an Land verdienen das Prädikat "episch".
Fangen wir mal mit den Schlachten zu Lande an, denn auch hier gibt es schon einige schicke Änderungen: Die Balance zwischen den Einheiten ist mehr als gelungen – so eine Artillerie kann zwar kriegsentscheidend sein, macht aber keinen Unterschied zwischen Freund und Feind; mit viel Pech dezimiert sie die eigenen Reihen wesentlich mehr als die der Gegner. Hier gehört definitiv Taktik dazu – ebenso bei der Positionierung der Musketenschützen und anderer Truppen, die sich nun hinter Trümmern verstecken oder gar in Häusern verschanzen können. So ein Hinterhalt kann dann schnell zum Verhängnis für jeden noch so harten Gegner werden.

Viel cooler hingegen sind die Seeschlachten, die es in diversen Videos bereits ausführlich zu sehen gab. Schade nur, dass diese auch gleich unter einigen Kinderkrankheiten leiden. Genau wie die normalen Truppen leiden die Schiffchen unter massiven Wegfindungsproblemen und oftmals verkeilen sich die prächtigen Bauwerke ineinander und sind auch nur sehr mühsam wieder auseinander zu bringen – Micromanagement der anderen Sorte. Diese kleinen Mängel mindern den Spaß an den optisch unglaublich grandios inszenierten Schlachten aber nicht wirklich, schließlich ist so einiges los auf dem Bildschirm.

Taktisch wertvoll und wichtig: Die Windrichtung. Wer diese geschickt ausnutzt, kann so manche Niederlage noch gerade so abwenden und Gegner ganz fies treffen. Die Kanonen lassen sich entweder per Hand nachladen oder alternativ auch mit verschiedener Munition beladen – die Möglichkeiten sind ziemlich hoch: Ob Kettenkugeln für Mäste oder die guten Standardkugeln zum Versenken – je nach Gattung gilt es hier korrekte Entscheidungen zu treffen. Für diejenigen unter euch, die sich wie echte Piraten fühlen wollen: Feindliche Schiffe können auch übernommen werden.
 


 

Geschrieben von: Adam Smieja am 11.03.2009



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Empire: Total War Testbericht


 
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Kommentar
Ich bin begeistert! Selten habe ich so ein nahezu perfektes Strategiespiel gesehen, dessen KI einfach nur verdammt logisch agiert und dafür sorgt, dass ich mich nie hintergangen fühle. Wenn ich Freund und Feind gegeneinander ausspiele und süffisant dabei zuschauen kann, wie sie sich bekriegen und ich im Geheimen meine Flotte in aller Ruhe ausbaue, blüht mein strategisches Herz auf. Taktik par excellance, liebe Jungs bei Creative Assembly. Die immensen Erwartungen an den Titel wurden nicht nur erfüllt, sie wurden sogar noch übertroffen.

Redaktionswertung
... zu Empire: Total War:
Grafik: 14 Punkte
Sound: 14 Punkte
Gameplay: 14 Punkte
Steuerung: 13 Punkte

Gesamtwertung

90 Prozent

Award
User-Wertung
Positiv
  • Atemberaubende Optik
  • Riesiger Umfang
  • Sehr gutes Tutorial
  • Maßgeblich verbessertes Interface
  • Angenehmere Strategiekarte
  • Weniger überladen als seine Vorgänger
  • Auch für Neueinsteiger zugänglich
  • Sinnvolle Änderungen bei Diplomatie
  • Forschung mit direkten und indirekten Auswirkungen auf Gesellschaft und weitere Zweige
  • Guter Mix aus Micromanagement und Generalisierungen
Negativ
  • Etwas fummelige KI in größeren Schlachten
  • Ewig lange Steam-Installation
  • Kein Internet? Kein Empire: Total War
Galerien dazu
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