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Empire: Total War (Tests)
Wer Sega in Verbindung mit der Total-War-Reihe hört, denkt zunächst an Topspiele, hohe Qualität, viele innovative Ideen, eine sehr ordentliche Grafik und vor allem: Spielspaß. Vor gut einer Woche erschien dann endlich der langersehnte Nachfolger der Reihe – Empire: Total War für den PC. Schon unsere zahlreichen Screenshots und Videos haben den Eindruck vermittelt, dass Creative Assembly und Sega mal wieder ein Meisterwerk vom Stapel gelassen haben. Bestätigt sich der Verdacht? Jawohl!
Die erste Sache, die mir als altem Total-War-Hasen aufgefallen ist, war der extrem umfangreiche und neue Tutorial-Modus, der Anfängern das Leben maßgeblich erleichtert. Die Entwickler waren sogar dermaßen spendabel, dass sie eine ganze Kampagne aufgesetzt haben, in der alle möglichen Fähigkeiten vorgestellt werden – neben der wesentlich verbesserten Kriegeführung, Diplomatie und dem neuesten Kernfeature: Den Seeschlachten. In der Kampagne, übrigens historisch absolut korrekt, „Der Weg in die Unabhängigkeit“ erlebt ihr die Kolonialisierung Amerikas von Anfang bis Ende in vier recht umfangreichen Kapiteln durch. Angefangen wird hierbei mit den Engländern, die sich mit Franzosen und Indianern um das Land schlagen und endet dann mit dem furios inszenierten Kampf um die Unabhängigkeit – so müssen Tutorien in Strategiespielen aussehen!
Es gibt genug zu tun… Fangen wir doch einfach mal rein mit der Statistik an: Elf nahezu grundverschiedene Völker wollen gespielt werden, jede Nation hat dabei eine eigene Kampagne, die bis an die sieben bis elf Stunden reicht – insgesamt warten also über 100 Stunden Spielspaß auf euch. Nicht zu vergessen, dass alle Fraktionen unterschiedliche Startpunkte haben, die historisch ebenfalls vollkommen korrekt sind. England startet beispielsweise typisch auf der Insel, von der aus sie auch im neuen Zeitalter – nämlich der „Aufklärung“ – die Meere beherrschen. Auch sonst gibt es die üblichen Verdächtigen: Neben Preußen, Russland finden sich auch die Franzosen wieder ein in der Hitliste der spielbaren Völker, doch auch Exoten sind vorhanden wie zum Beispiel die Maratha-Konföderation in Indien. Hört sich komisch an, ist aber so. Und nur mal nebenbei: Die Anzahl der Siegesmöglichkeiten wurde um die Zahl 1 erweitert: Sieg durch Prestige. Heißt also: Wer das meiste Prestige in puncto Militär, Forschung, Gesellschaft oder wo auch immer – die Parameter wechseln hierbei – erwirbt, geht als Sieger hervor. Grandios! Und glaubt mir: Prestige wird oftmals eure geringste Sorge sein. … und es wird vor allem nie langweilig! Was in so vielen Strategiespielen bereits Gang und Gebe ist – die Forschung – trifft erst jetzt mit dem neuesten Teil der Total-War-Reihe auch ein, wobei dies natürlich irgendwo auch logisch zu erklären ist. Wie wir bereits oben festgehalten haben, spielt der Titel in der Epoche der Aufklärung, also schon im 18. Jahrhundert. Die drei zur Verfügung stehenden Forschungsbäume Militär, Wirtschaft und Gesellschaft haben nicht nur indirekte Auswirkungen auf eure Regierung, sondern auch direkte, welche gelegentlich ziemlich spät greifen. Bestes Beispiel war es, als wir uns immer über die Bedürfnisse der Einwohner gestellt haben, immer Krieg führen wollten und die Leute einfach auf die Barrikaden gingen, eine Revolution anzettelten und aus der Diktatur ein funktionierendes Parlament gemacht haben, bei dem Abstimmungen unsere Entscheidungen maßgeblich verlangsamt haben. Zwar hat der Absolutismus-Trick hier und da gegriffen, die Konsequenz des Gesellschaftsbaumes ist aber dennoch extrem weitreichend. Geforscht wird übrigens in Schulen und je mehr davon gerade vorhanden sind, desto schneller kann eine neue Forschung beendet werden. Beschleunigen könnt ihr das durch Gentlemen – quasi das Pendant zu den Berühmtheiten aus einem Civilization – die euch mächtige Beschleunigungsboni verleihen für die aktuell laufende Forschung. Dass die Forschung aber auch wirklich nützlich sein kann, beweist der Militärbaum, bei dem ihr irgendwann die Ausbildung von Lebemännern erforscht. Diese unangenehmen Herren können Glück und Unglück gleichermaßen bringen, denn zum einen lässt es sich mit den Leuten wunderbar seine Feinde gnadenlos auszuspionieren oder wichtige Gebäude in Schutt und Asche zu legen. Die extrem wichtigen Generäle, die überdies auch noch sündhaft teuer sind, lassen sich auch mit den guten Herren killen. Und wo ist da nun was Schlechtes dran? Nun. Sagen wir es mal so: Sofern einer eurer Bündnisparter ein Abkommen mit beispielsweise Frankreich hat und ihr bei eben jener Nation solch eine Attacke durchführt, könnte das unweigerlich zu ziemlich viel Stress führen. Immerhin schreibt der Vertrag vor „Keine feindlichen Aktivitäten gegenüber unseren Bündnispartnern“ – schlecht. Fliegt die Sache nicht auf, habt ihr Glück. Spaßig ist es übrigens, wenn genau der umgedrehte Fall passiert, denn dann gibt es Krieg. Und der ist in Empire: Total War noch intensiver und vor allem besser als je zuvor.Geschrieben von: Adam Smieja am 11.03.2009
Tags: Empire: Total War Test, Empire: Total War review,Empire: Total War PC, Creative Assembly,PC,Empire: Total War Testbericht |
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