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WorldShift (Tests)
WorldShift

WorldShift Testbericht

Lange hat es gedauert bis WorldShift, ein Genremix aus RTS und Rollengame, in den Handel kommt. An jenem Freitag war es soweit und wir haben uns das Game ca. eine Woche vor Release mal genauer angeschaut und mit diversen Online-Kollegen zusammen auf Herz und Nieren getestet. Kann es dem Genreprimus, WoW, das Wasser reichen oder saeuft der Titel vorher noch ab?

Manchmal ist es erschreckend, wie manche Entwickler es versuchen, World of WarCraft ganz plump die Abonnenten abzuluchsen. Die Sache ist: Blizzard hat den Erfolg ueber Jahre hinweg geplant, sein Imperium stetig weiter ausgebaut. Inzwischen ist man da auf einem Stand, an dem jeglicher Widerstand quasi zwecklos ist - es sei denn man versucht es mit einem innovativen Konzept. Guild Wars versucht es Abofrei, WorldShift hingegen versucht es uebers Gameplay - der Mix aus typischen Rollengame- und WoW-Elementen soll es richten. Die Geschichte hingegen gibt sich recht… sagen wir… naiv. Moderne gegen Altertum koennte man nun sagen, wobei Altertum eher die Rueckschrittlichkeit bzw. die Tradition meint, mit der sich die Partei 'Kult' zu behaupten versucht.

Aller Anfang ist schwer

Der Anfang des Games gestaltet sich leider ziemlich durchwachsen, weil Neulinge in der Geschichte ins kalte Wasser geworfen werden. Warum sitzen Eji und Ganthu irgendwo in den Resten Afrikas auf einem Stein und diskutieren ueber die Zukunft, waehrend moderne Maenner eine Invasion planen? Keine Ahnung. Wo gibt es ein Tutorial, das mir das Game erklaert oder zumindest die Grundzuege des Gameplays naeher vorfuehrt? Keine Ahnung, gibt es nicht wirklich. Das 'Training' dient allenfalls dazu, ein paar Gegner abzumetzeln, Funktionen werden nicht erklaert. Aber die ersten drei bis vier Missionen des Games kann man hingegen als Tutorium sehen, schliesslich wird man hier alle Faehigkeiten kennenlernen und schon die ersten Skills sowie Items einsacken.

Noch schwerer wird es, wenn man bedenkt, dass das Schere-Stein-Papier-Prinzip sehr tiefgruendig mit dem Gameplay verwurzelt ist. In einer der recht fruehen Missionen (duerfte die vierte sein), gilt es sich mit Ganthu hinter die feindlichen Linien zu schleichen, woran wir des Oefteren gescheitert sind, weil der gute Magier zwar starke Zauber auf Lager hat, Waffengewalt aber nichts entgegenbringen kann und so schneller zu Boden geht, als es euch lieb ist. Schade ist auch, dass sobald man viele Einheiten sein Eigen nennt, man sie nicht in Squads einteilen kann (STRG+1 beigamesweise, wie es in Command & Conquer moeglich ist), sondern alle zusammen oder nur einzeln, was im sinnlosen und vor allem unnoetigen Micromanagement endet, weil die Helden starke Spezialangriffe haben. Zwar koennt ihr sie auch bei einer vollstaendigen Auswahl benutzen, dennoch waeren Squads der Uebersicht halber besser, denn ich will nicht, dass meine Fernfighter von irgendwelchen Nahfightern aufgerieben werden. Kleiner Trostpreis: Bei diversen Checkpoints koennt ihr nicht nur Zauber und Energien der Helden wiederherstellen, sondern auch eure Session zwischenspeichern, weil es eine echte Speicherfunktion nicht gibt - MMORPG-Aspekt sei Dank…





Teamplayer gesucht

Essentiell wichtig fuer das Ueberleben der Einheiten ist die Zusammenarbeit verschiedener Charaktere. Ganthu kann, wie wir oben gerade gelernt haben, nicht wirklich alleine auskommen, aber sobald ein Heiler mit von der Partie ist, kann auch er groessere Mengen von Gegnern unter Beschuss nehmen. Ansonsten aber darf man sich bei den Missionen ueber reichlich Abwechslung, die von Eskorten ueber Eroberungen bis hin zu grossen Schlachten reichen - an Motivation wird es zumindest da nicht scheitern, weil man wieder Mission A macht - nicht beklagen. Auch sehr erfreulich ist, dass sich die Wegfindungs-KI sogar klug genug gibt, um nicht etwa einen Stein von zwei Seiten zu umrunden, sondern in einer geschlossenen Formation entweder nur links oder nur rechts herum zu gehen. Dadurch laeuft man nicht in Gefahr, schwaechere Einheiten zu schnell zu verlieren. Bitter ist jedoch, dass die Transparenz bei den dichten Waeldern falsch angegangen wurde, denn statt transparenten Objekten werden die Einheiten verdunkelt, um so irgendwie noch sichtbar zu bleiben. An sich okay, aber dadurch geht die Uebersicht merklich verloren.

WorldShift Screenshots
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WorldShift ist ein sehr gutes Game, aber es macht sich das Leben von alleine richtig schwer. Warum gibt es beigamesweise kein richtiges Tutorial, das die Steuerung, die Funktionen und so weiter erklaert? Warum werden die Einheiten unterhalb von Objekten nur schwarz und nicht die Objekte transparent? Warum ist die Geschichte so extrem fad und wieso konnte man sich keinen eigenen Server zulegen? Fragen ueber Fragen, aber letztlich bleibt zu sagen, dass WorldShift trotz jener Maengel im Koop-Modus eine mehr als solide Rolle macht und es seinen Vorschusslorbeeren durchaus gerecht werden kann. Ernste Konkurrenz zu WoW ist es aber leider nicht.
Tops Flops
Guter Mix aus Strategie und RPG
Stark ausbalanciertes Schere-Stein-Papier-System
Ansehnliche Grafik
Belohnungssystem sehr motivierend
Packende Bossfights
Traumhafte Hintergrundmusik
Lahme Geschichte…
… zudem sehr verwirrend erzaehlt
Kein Tutorial
Kein Dedicated Server (nur Gamespy)
Keine Objekttransparenz (Figuren werden stattdessen verdunkelt)


Gameetester.com Wertung
Gamespass gut Auszeichnungen
Gameplay sehr gut
Grafik sehr gut
Sound gut
Umfang gut
Multiplayer sehr gut

Gesamt



Die Beute nach den Missionen wird dann als Artefakt ausgegeben, das mal besser oder schlechter ist. Sei es drum, denn am Anfang ist man stetig froh, einen neuen Gegenstand zu kriegen, der eure Werte stetig und zu jeder Zeit verbessert - dazu muesst ihr das Objekt der Begierde lediglich in den grossen Itemsack packen. Ausserdem koennt ihr ueber ein Sternsystem diverse Skills der drei Fraktionen verbessern, wodurch beigamesweise ein Blitzangriff an mehr Durchschlagskraft erhaelt. Auch passive Faehigkeiten koennen so aufgestockt werden. Die Bosse, die es ab und an zu erledigen gilt, muessen natuerlich mit speziellen Taktiken angegangen werden.

Ihr dachtet nun, ich haette euch den Singleplayer beschrieben? Ha, falsch gedacht! WorldShift ist, wenn man sich ausfuehrlich informiert hat, ein reiner Multiplayer-Titel, den man unter Umstaenden auch alleine gameen kann, es dann aber nicht unnoetig schwer haben wird. Im Mehrgameer-Modus, welcher leider nur ueber Gamespy verfuegbar ist, habt ihr neben der Kampagne auch noch einen Deathmatch-Modus zur Auswahl, alles andere laeuft wie oben beschrieben ab.

Technisch ganz fein

Die Grafik von WorldShift schafft den Spagat zwischen Performancefreundlichkeit uns Ae;sthetik, obgleich die Anforderungen recht hoch aussehen (zur Erinnerung hier das Opti-System: 2,4 Ghz Dual-Core oder Quad-Core, 2GB RAM, Radeon X1600 + bzw. GeForce 7600+; unser Testsystem: Intel QX 3.2 Ghz, Vista Business, GeForce 8800GTX, 4GB RAM), kann man das Game auch mit einem Midrange-Computer (XP, Dual-Core 1,6 Ghz, GeForce 7800GX2) ohne groessere Probleme gameen, dann aber auch nicht auf High oder gar Very High, sondern eher auf Minimal bzw. Mittel - die Framerate bleibt aber dennoch recht konstant. Die Flora und Fauna wirkt jederzeit sehr ansehnlich, die Effekte sind schoen anzusehen und die Rendersequenzen entsprechen einem hohen Niveau - fein! Die Musik des Games ist sehr atmosphaerisch, wo hingegen die Sprecher zumeist unter Motivationsproblemen leiden.

 

Geschrieben von: Adam Smieja am 10.05.2008




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