Ninja Gaiden 3 – GC 2011 Vorschau
Authentisches Sterben
Wir Menschen sind geboren worden mit dem Instinkt zu überleben. Wir krallen uns daran, wie der Löwe in das Fleisch einer erlegten Gazelle. Aufgeben ist keine Option und auch wenn wir genau wissen, dass das Ende kurz bevor steht, wollen wir uns die Wahrheit meist nicht eingestehen. Genau das haben sich wohl unzählige Gegner von Ryu Hayabusa kurz vor ihrem Ableben gedacht, als ihnen bewusste wurde, dass sich sein Schwert gerade durch ihren gesamten Oberkörper gefressen hat und ihnen das Lebenselixier in Strömen aus der offenen Brust läuft. So oder so ähnlich finden in Ninja Gaiden 3 die meisten Feinde ihr Ende. Team Ninja will neue Schwerpunkte setzen und möchte sich mit dem neuen Spiel nicht mehr darauf konzentrieren, wie es ist, seine Gegner möglichst effektvoll von ihren Körperteilen zu befreien, sondern dem Spieler dieses mal nahezubringen, wie schwer es doch ist, sich mit einem Schwert durch Haut, Sehnen und Knochen seiner Feine zu arbeiten. Dass dabei wieder jede Menge roter Suppe durch die Gegend fliegt, gehört zu Ninja Gaiden genauso dazu, wie sein wortkarger, verhüllter Held. Aber nicht nur das Spüren der Klinge, wenn man seinen Kontrahenten durchbohrt, soll verdeutlicht werden, sondern auch, dass man es während der Kämpfe meist mit Menschen zu tun hat, die unter keinen Umständen daran gedacht haben, so früh vor die Tore Petrus zu treten. Es wird nicht selten vorkommen, dass ein gerade aufgeschlitzter Feind flehend und stöhnend vor euch wegkriecht, während er die letzten Sekunden seines Lebens damit verbringt, nach seiner Mama zu rufen oder der Welt klarzumachen, dass er nicht bereit ist zu sterben.Das hört sich jetzt wahrscheinlich alles doch recht schockierend an und diesen Effekt wollen die Entwickler auch gezielt beim Spieler hervorrufen, denn man soll sich bewusst werden, dass man selbst in Sekundenbruchteilen über einen Menschen richten kann und über Leben und Tod entscheidet, ohne eigentlich zu wissen was die Beweggründe seiner Feinde waren. Haben sie vielleicht Familie? Werden sie vermisst und wollten sie wirklich der Armee des Gegners beitreten? Solche und ähnliche Fragen werden gleichsam mit dem Fakt aufgeworfen, dass Ryu Hayabusa schon unzählige Feinde getötet hat, ohne auch nur einen Gedanken an diese Dinge zu verschwenden. Im Laufe der Geschichte soll es also im neusten Teil der Reihe nicht nur darum gehen, die Welt vor bösen Mächten zu befreien, sondern auch sein eigenes bzw. das Handeln von Ryu zu hinterfragen. Je weiter man in die Handlung eintaucht, desto schwerer wird es Ryu fallen, seine Feinde ohne den leisesten Gedanken an Reue umzubringen. Das meinen zumindest die Entwickler, denn in der recht kurzen Präsentation konnten wir vom psychologischen Kampf des Helden noch wenig sehen. Dieser schnetzelte sich ohne größere Mühe durch die sich ihm entgegenstellenden Soldaten und Mechs. Wenn Team Ninja dieses Prinzip aber in der endgültigen Fassung wirklich durchzieht, verleiht das dem bekannten Schattenkrieger eine bisher nie dagewesene charakterliche Tiefe und lässt auf jede Menge spannender Storyszenen hoffen, in welchen Ryu entscheiden muss, ob er denn so weitermachen kann wie all die Jahre zuvor. Seid also gespannt!

Flinker Schlitzer
Das Kampfsystem ist so dynamisch, wie wir es auch aus den Vorgängern kennen. Ihr rennt durch die Areale und kämpft alle paar Meter gegen einen Feind. Dabei könnt ihr natürlich wieder zig Kombos anwenden und auch die altbekannten Ninpo-Techniken haben natürlich ihren Weg, als Ersatz für Magie, ins Spiel gefunden. Es wird geblockt, zugeschlagen wie ein Derwisch und ständig abgerollt, um nicht von Feinden umzingelt zu werden und in kürzester Zeit um sein eigenes Leben fürchten zu müssen. Jeder Schlag wird wie gewohnt von schicken Lichteffekten unterlegt, die verdeutlichen sollen, wie stark die gerade ausgeführte Attacke eigentlich war. Bei jedem abschließenden Schlag bzw. erfolgreichen Stealth-Kill, wird kurz an die beiden Kontrahenten herangezoomt, das Geschehen etwas verlangsamt und gezeigt, wie der Feind zu Boden geht. Dass dabei der Controller entsprechend des Widerstandes, auf welchen das Schwert beim Zerschneiden des Gegners trifft, vibriert, soll das Kampfgefühl intensivieren.
Dabei fliegen nicht wie im Vorgänger regelmäßig Körperteile herum, sondern bleiben an Ort und Stelle. Wie oben schon beschrieben, steht nicht mehr das “Zerstückeln“ im Vordergrund des Kampfes. Stellt euch das Kämpfen aber nicht zu leicht vor. Zwar schien sich das gezeigte Demo-Level in einem frühen Teil der Handlung zu befinden, doch können auch nur ein paar gezielte kritische Schläge der Feinde zum schnellen Tod führen. Gerade aber bei den großen Bossen kann es meist recht unerwartet zum Bildschirmtod kommen. Es wird also kein Pappenstiel sein, wenn ihr euch an Ninja Gaiden 3 heranwagt, denn ganz wie in den Vorgängern wollen sich die Entwickler selbst treu bleiben und dem Spieler eine Herausforderung bieten. Wie schon bei Demon’s Souls gibt es einfach nichts Befriedigenderes, als endlich eine bockschwere Stelle des Spiels nach vielen Versuchen gemeistert zu haben. Wem das alles aber doch zu schwer sein sollte, dem wird vor Spielbeginn die Möglichkeit geboten, zwischen zwei Schwierigkeitsgraden zu wählen. Einen für wahre Ninja Gaiden-Veteranen und einen für Newcomer. Weiterhin legt man viel Wert auf die unterschiedlichsten Arten, sich seiner Feinde zu entledigen. So gibt es nicht nur besagte Stealth-Kills von hinten oder oben, sondern auch die Möglichkeit zu entscheiden, ob man den Gegner mit seinem Schwert durchbohrt, es danach wieder herauszieht oder es in die verschiedensten Richtungen des gegnerischen Körpers vorarbeiten lässt. Das führt zu einer Vielzahl an verschiedenen Sterbesequenzen, was das Kampfgeschehen nochmals weitreichender und tiefgehender erscheinen lässt.Viele Köche versüßen das Spiel
Auch wenn es im neusten Teil nicht mehr verschiedene Arten von Waffen geben wird, wie es noch im Vorgänger mit dem Schwert, der Sense oder den Arm- und Fußkrallen der Fall war, so wird man dieses Mal mit verschiedensten Spielern die Klingen kreuzen dürfen. Ob nun im kooperativen Spiel oder doch im 4 versus 4 Modus. Leider gab es davon außer einer Ankündigung noch nicht viel zu sehen. Was zudem bestätigt wurde, ist die Move-Unterstützung für die Playstation 3. Auch dazu können wir noch nichts sagen, da während der Präsentation und am Stand in der öffentlichen Halle nur die normalen Controller zur Verfügung standen.
Auch wenn das neue „ich töte meine Feinde möglichst authentisch mit der Klinge“-Prinzip nicht gerade auf viel Gegenliebe bei der USK oder besorgten Eltern treffen wird, so ermöglicht es doch eine sehr interessante Erweiterung des Charakters von Ryu Hayabusa. Das Konzept des Infragestellens der eigenen Handlungen birgt sehr viel Potenzial. Wenn Team Ninja das erkennt und in der Lage ist, es glaubwürdig umzusetzen, steht einem mit Ninja Gaiden 3 nicht nur ein blutiges Action-Brett, sondern auch ein mit viel charakterlichem Tiefgang versehenes Spielvergnügen ins Haus. Drücken wir die Daumen und hoffen das Beste. Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, bis Teil 3 endlich in meiner Konsole liegt.Ersteindruck:
Das Entwicklungsstudio Tecmo-Koei bestätigte nun gegenüber Joystiq, dass das Action-Adventure Ninja Gaiden 3 einen Online-Pass besitzen wird. Der bei Erstkäufern beiliegende Online-Pass ermöglicht es den Mehrspieler-Modus des Titels freizuschalten. Wer einen solchen Code nicht besitzt, da er das Spiel zum Beispiel gebraucht gekauft hat, muss entweder den Online-Pass für einen bisher ungenannten Preis nachkaufen oder [...]
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