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Mass Effect 3 – GC 2011 Vorschau
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Mass Effect 3 – GC 2011 Vorschau

Geschrieben von: am 01.9.2011
Das Rollenspielepos, welches Spieler seit 2007 in seinen Bann zieht, geht nun in die dritte Runde. Doch wie viel Rollenspiel steckt gerade nach der Kritik an Teil 2 noch, bzw. wieder im dritten Teil? Eines ist sicher, mit Mass Effect 3 endet eine der wohl interessantesten Science-Fiction-Spielreihen der letzten Jahre. Ob es Bioware gelingen wird, die spannende Geschichte rund um Commander Shepard und die Rettung des gesamten Universums zu einem glorreichen Ende zu führen, erfahrt ihr in unserer gamecom-Vorschau.

Niemals allein

In Köln hatten wir die Gelegenheit, nicht nur der Präsentation zum dritten Teil der Reihe beizuwohnen, sondern auch das Glück selbst anspielen zu dürfen, um herauszufinden, was sich so alles am Gameplay getan hat. Im Endeffekt behandelte die Präsentation auf dem EA-Booth zu 50 Prozent das Level, welches auch zum Anspielen bereitstand, weswegen ich direkt auf das persönliche Spielgefühl eingehe. Wir starten direkt in einer Mission, in welcher es unsere Aufgabe ist, eine Botschafterin der Kroganer sicher aus einem Gebäudekomplex zu führen. Dieser wird zur selben Zeit von Eliteeinheiten der Cerberus-Organisation angegriffen wird. Dass sich hinter besagtem Angriff sehr wahrscheinlich der Unbekannte verbirgt, dürfte Mass Effect-Kennern von vornherein klar sein. Doch auch Spieler, die erst mit dem dritten Teil einsteigen, sollen laut den Entwicklern ein grandioses Action-Rollenspiel mit einzigartiger Geschichte erleben. Fragen tut man sich zwar schon, wie jene, die von der Vorgeschichte so gut wie keine Ahnung haben, sich bei all den Geschehnissen in diesem Universum zurechtfinden sollen, aber anscheinend kann man das Spiel wohl auch mit Hirnausschalten und Dauerfeuer gut und gerne durchspielen. Ob das schon eine kleine Anspielung auf das Spielgefühl im dritten Teil war, erfahrt ihr später. Aber zurück zu den Geschehnissen des Demo-Level. Commander Shepard ist dabei, alle Alienrassen im Kampf gegen die Reaper zu mobilisieren, denn nur mit gemeinsamen Kräften lässt sich der übermächtigen Armee beikommen. Dass aber nicht jedes Volk einem Menschen wie Shepard positiv gegenübersteht, haben Spieler der vorherigen Teile nur allzu oft hautnah miterleben dürfen. Und so gilt es auch im dritten Teil, sich wieder das Vertrauen des gesamten intergalaktischen Volkes zu sichern - angefangen mit der Rettung einer kroganischen Botschafterin.

Dass selbst ein Weltenretter wie Shepard bei einem Angriff von Cerberus nicht einfach aus dem Gebäudekomplex herausspazieren kann, dürfte wohl auch allen anderen Anwesenden klar sein. Zum Glück muss er diese Prüfung aber nicht alleine bestehen, denn genau wie in den Vorgängern ist der Spieler die meiste Zeit über immer in Begleitung von zwei Teamkollegen unterwegs. In unserem Fall waren das für Fans der Vorgänger sehr bekannte Gesichter. Mit Garrus Vakarian begleitet uns ein begnadeter Meister im Umgang mit allen großkalibrigen Waffen. Selbstverständlich führt er auch in unserer Mission wieder sein liebstes Stück, das Scharfschützengewehr, mit sich. Wo aber zwei Männer für Chaos unter den Elitesoldaten von Cerberus sorgen, darf eine ruhige weibliche Seele mit kühlem Kopf nicht fehlen. Aber ganz so zurückhaltend ist Liara T’Soni nicht. Die über 100 Jahre alte Asari mit unvergleichlichen biotischen Fähigkeiten greift uns im Kampf tatkräftig unter die Arme. Auch gab uns Mordin Solus, der etwas zu schnell plappernde, aber extrem intelligente salarianische Wissenschaftler, immer wieder Lageberichte zu unseren Aufgaben. Ihr merkt sicherlich schon, dass wieder eine Menge bekannter Charaktere unserem Helden bzw. unserer Heldin zur Seite stehen. Wie viele der alten Haudegen aber schlussendlich ihren Weg in den dritten Teil finden, wollte man uns nicht sagen. Doch ist bekannt, dass es nicht mehr ansatzweise so viele sein werden, wie noch in Teil 2. Bioware möchte somit die Bindung und Interaktionsmöglichkeiten mit ein paar speziell ausgewählten Charakteren deutlicher betonen. Ob dies den Fans der mittlerweile über 15 Kopf starken Heldentruppe aus Teil eins und zwei gefallen wird, sei erst einmal dahin gestellt.

Viel Action für ein RPG

Schon kurz nach dem Intro zu unserer aktuellen Mission ging es auch gleich los. Die ersten Soldaten landeten in unserem Stockwerk und mussten erst gar nicht nach uns suchen. Sofort hatten wir die Steuerung wieder drin. Ab hinter eine Mauer und aus der Deckung heraus gezielt und den Gegnern ordentlich eingeheizt. Dabei blieben unsere beiden Teamkameraden nicht untätig und agierten wie in den Vorgängern mehr oder weniger selbstständig. Denn wenn man ihnen nicht über das Menü direkte Anweisungen gibt, bestimmte Gegner mit Techniken anzugreifen oder zu einer weiter vorn gelegenen Ecke zu sprinten, dann feuern sie auch allein, was das Zeug hält. Das läuft auch wieder prima automatisch ab, so dass wir nur wenige Male direkt in den Kampf eingreifen mussten. Während Garrus mit seinem paralysierenden Schuss die Gegner auf Distanz hielt, sorgte Liara mit ihren biotischen Kräften dafür, dass einige Soldaten hilflos in der Luft umherschwebten, während wir in alle Ruhe die hilflosen Gegner mit unserem Gewehr vom Himmel holten. Dabei sei gesagt, dass jeder Spieler, sofern er nicht einen alten Charakter importiert, wieder auswählen kann, welche Spezialisierung er favorisiert. Ob nun der Umgang mit Biotik, der Einsatz von Drohnen als Techniker oder lieber doch als durchschlagkräftiger Soldat, alle bekannten Klassen standen uns zur Verfügung. Doch eines fiel gleich auf und wir erinnerten uns an die Präsentation der Entwickler vor wenigen Minuten. Mass Effect 3 soll etwas schwieriger werden als seine Vorgänger. Dies soll mit deutlich stärkeren Gegnern erreicht werden, welche nicht nur mehr Schaden verursachen, sondern auch deutlich mehr einstecken. Und genau das durften wir während der zahlreichen Kämpfe gegen Cerberus selbst erfahren. Ob es nun daran lag, dass unsere Charaktere – warum auch immer – wieder nur die Standarttechniken auf niedrigster Stufe zur Verfügung hatten oder wir generell etwas schwachbrüstig daherkamen, konnten wir nicht ganz einschätzen. Doch hielten die Feinde, im Vergleich zu den Vorgängern, schon zu Beginn deutlich mehr aus. Um dem ganzen Gekämpfe ein wenig mehr taktische Würze zu verleihen, wurden wir während des weiteren Levelverlaufs mit neuen Gegnertypen konfrontiert. Diese trugen ein Schild und konnten von vorn nur schwer angegriffen werden. Zwar riet man uns während der Präsentation, seine Teammitglieder taktisch diese Gegner einkesseln zu lassen, indem man ihnen dementsprechende Befehle zum Ortswechsel gibt, doch tat es ein einfacher gezielter Einsatz einer Biotik-Fertigkeit auch und die Feinde strampelten ganz ohne Schild wie wild in der Luft herum und konnten gemütlich aufs Korn genommen werden. Wie also dem Spieler mehr taktischer Einsatz abverlangt wird, bleibt noch etwas unklar, doch immerhin wird ihm die Möglichkeit dazu geboten, auch wenn es in unserem Fall erstens viel zu gefährlich gewesen wäre, unsere Kameraden mitten in die Gegnermassen zu schicken, um den Schildträger von hinten zu attackieren, und zweitens, es doch deutlich einfacher war, ihn schnurstracks in die Luft zu befördern. Aber sei es drum, Spaß machen die Gefechte allemal, gerade weil sie so actionreich sind und man alle Nase lang von Gegner umzingelt wird und gezwungen ist, sich zurückzuziehen, um neue Deckungen zu suchen oder seinen Teamkollegen strikte Befehle zu geben.


Doch genau da stellt sich gleich die nächste Frage. Schon in den ersten fünf bis zehn Minuten fühlte man sich während des Spielens eher wie in einem Ableger von Gears of War oder mittlerweile vielen anderen Third-Person-Shootern hineinversetzt. Überall Gegner, immer wieder der Einsatz von verschiedensten Waffen, das für Third Person Shooter klassische Deckungssystem oder auch das Weitergeben von Kommandos an sein Team. Was mit Mass Effect 2 so richtig angefangen hat, scheint nun bei Teil 3 gnadenlos fortgeführt zu werden. Man kommt einfach nicht drum herum, die Shooter-Action als oberstes Gut des neusten Ablegers wahrzunehmen. Immerhin spielt sie sich wirklich sehr gut.

Doch noch ein Rollenspiel

Was mit der Wahl der jeweiligen Klasse zu Beginn des Spiels angefangen wird, wird auch später wieder aufgegriffen. Wie auch in den Vorgängern erhält man für die verschiedensten Dinge Erfahrungspunkte, ob es für das Knacken von Schlössern ist, das Erfüllen von Aufträgen oder eben das Erledigen von Gegnern. Für alles wird man in irgendeiner Form belohnt. Wenn es dann durch die gewonnene Erfahrung zu einem Levelaufstieg kommt, dann können wieder Fähigkeitspunkte verteilt werden. Diese werden nachfolgend auf Techniken wie den Umgang mit bestimmten Schusswaffen oder biotischen Angriffen verteilt. Soweit alles beim alten. Damit aber in Teil 3 wieder die von Bioware versprochenen RPG-Elemente enthalten sind, welche so schmerzlich von den Fans im direkten Vorgänger vermisst wurden, hat man sich dazu entschlossen, den Spieler bei der Verteilung von Punkten nochmals eine Entscheidung treffen zu lassen. Nehmen wir das in der Präsentation angeführte Beispiel bezüglich des Umgangs mit Granaten. So kann bei einem investierten Punkt in diesen Zweig entschieden werden, ob sich entweder der Explosionsradius vergrößert oder aber der Schaden, welcher durch die Explosion verursacht werden soll. Es gibt somit immer wieder Verästelungen im jeweiligen Zweig und bei der jeweiligen Technik. Dadurch ergeben sich gewisse Spezialisierungen, welche man seinem eigenen Spielstil entsprechend anpassen kann. Inwieweit dieses Prinzip aber bis zum Schluss durchgezogen wird und ob man nicht doch zuletzt alle Varianten lernen kann, wurde uns leider nicht genauer beschrieben.

Auf unserem Weg in die höheren Stockwerke des Gebäudes, immer darauf bedacht, die kroganische Botschafterin sicher mit ihrem Fahrstuhl von Stock zu Stock weiterzuleiten, begegneten wir einer weiteren Neuerung. Gut, eine Neuerung ist es im Endeffekt nicht wirklich, aber eine Art Verbesserung des im ersten Teil eingeführten Waffenmodifikationssystems. So kann jeder Spieler an einer Werkbank, welche in den verschiedenen Arealen immer wieder zu finden ist, seine Waffen mit gefundenen Upgrades aufrüsten. Ein Umrüsten der Munition von Brand zu Eis oder das Vergrößern des Gewehrlaufs ist genauso gut möglich wie das Anschrauben von Visieren, Schussbeschleunigern und sonstigen durchschlagkräftigen Verbesserungen. Eine sehr schöne Wiedereinführung im neuesten Teil, wie wir finden, denn dadurch ist es endlich wieder möglich, nicht nur die Fähigkeiten seinem Stil anzupassen, sondern auch dementsprechend sein Equipment bzw. seine Waffen. Was hingegen aber ganz neu im Angriffsrepertoire zu finden war, ist der Einsatz des Omnischwertes. Mit diesem gefährlichen Schneidwerkzeug ist es nicht nur möglich, äußerst kräftige Nahkampfattacken auszuführen, sondern auch Stealth-Kills einzuleiten oder Gegner sogar über eine Deckung hinweg zu erschlagen bzw. ihn über die Deckung zu sich zu ziehen und ihn dann in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Damit ist das leidliche Waffenkolben-Gekloppe vorbei und eine sinnvolle Nahkampfwaffe hat ihren Weg ins Spiel gefunden. Noch nicht klar war, ob dieses Extra nur von Shepard oder auch von allen anderen Charakteren verwendet werden kann. In unserer Demo war es nämlich nur unserem Hauptcharakter möglich, besagte Aktionen auszuführen.

Zum Ende der Demo durften wir zudem das erste Mal gegen die Cerberus-Mecheinheit namens Atlas zu kämpfen. Hier spielte auch die taktische Positionierung unserer Gefährten eine entscheidende Rolle, denn die Hauptschwachstelle dieses großen Ungetüms befindet sich in Form eines Energieantriebs auf dessen Rückseite. Zwar war dieser Bursche keine allzu große Herausforderung, wenn man darauf achtgab, immer in Deckung zu bleiben und gezielt die Schwachstelle zu malträtieren, doch gab es noch eine weitere, etwas schwierigere Möglichkeit, sich seiner zu entledigen. Indem man den Steuermann dieses Ungetüms durch die Vorderscheibe versucht zu treffen, bietet sich einem nach erfolgreicher Tat sogar die Gelegenheit, selbst im Mech Platz zu nehmen und diesen zu steuern. Leider war das Demolevel genau zu diesem Zeitpunkt um, doch wir können sagen, dass auch wenn uns noch etwas der Rollenspiel-typische Tiefgang des Gameplays fehlt, Mass Effect 3 schon eine sehr gute Figur macht. Grafisch unterscheidet sich der Nachfolger zwar nur unwesentlich von seinem Vorgänger, aber schon dieser gehörte zur oberen Liga, wenn es um Konsolentitel ging. Abwechslungsreiches Terrain, schön animierte und gestaltete Charaktere, wobei die verschiedenen Alienrassen wieder einiges hermachen, und detaillierte Texturen sorgen für ein klasse Bild des Universums.

Abschied von der Heimat

Als kleiner Bonus wurden uns während der Präsentation bei EA noch die ersten Minuten nach Spielbeginn auf der Erde gezeigt. Wir wollen jetzt nicht zu viel verraten, doch war das, was wir zu sehen bekamen, wirklich gigantisch. Immer neben einem riesigen Reaper herlaufend, der sich alle Mühe gab, die Erde zu dem zu verwandeln, was sie vor dem Urknall einmal war, galt es sich mit Captain Anderson durch die Ruinen zu schlagen, um pünktlich am Evakuierungspunkt anzukommen. Dass selbst hier schon die erste folgenschwere Entscheidung getroffen werden muss, zeigt wieder, was Mass Effect so erfolgreich hat werden lassen. Denn es gelingt Bioware eine ungemein spannende, weitreichende Geschichte zu erzählen, die zum größten Teil von ihren Charakteren und dessen Entscheidungen getragen wird. Ständig steht man vor Entscheidungen, die oft unvorhersehbare Konsequenzen mit sich ziehen. Auch was den Sound angeht, braucht sich der dritte Teil nicht vor seinen Vorgängern zu verstecken. Was da für eine Geräuschkulisse, gerade beim Angriff auf die Erde, über einen wegfegt, war einfach nur fantastisch und lässt den Spieler um ein Vielfaches mehr Teil des Geschehens werden. Toll Bioware!


So ganz konnte man mich nicht überzeugen, dass Mass Effect 3 wieder den Weg zu seinen RPG-Wurzeln zurückfindet. Dazu war das, was wir spielen durften, einfach zu actionlastig und die Charakterentwicklung zu oberflächig. Doch macht Bioware in diesen Belangen das meiste verdammt richtig, so dass man sich zwar nicht wie in einem Rollenspiel fühlt, aber durchaus in einem sehr guten Third-Person-Shooter mit netten Rollenspiel-Elementen. Schön finde ich den „Rückschritt“ hin zur Modifikation der einzelnen Waffen, da ich damit auch in Teil 1 so einige Zeit verbracht habe, die beste, auf meine Spielweise angepasste, Waffe zusammenzubasteln. Was aber jetzt schon feststeht, ist, dass die Fans ein imposanter Abschluss der Reihe rund um Commander Shepard erwarten wird, der atmosphärisch ganz oben mitspielt und jeden dank der bombastischen Soundkulisse und der fantastischen Inszenierung mit sich reißt!

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