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Amy – GC 2011 Vorschau
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Amy – GC 2011 Vorschau

Geschrieben von: am 30.8.2011
Survival Horror-Spiele sind heutzutage auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Viele Entwickler verpassen es, die wahre Quintessenz dieses Genres einzufangen, nämlich die ständige Angst um das (virtuelle) eigene Leben. Mit dem Download-Titel Amy wagen sich Vector Cell und Lexis Numerique an dieses Problem und lösen es mit einem cleveren Twist: Der Beziehung zu einem kleinen Mädchen, das es zu beschützen gilt. Ob das gelingt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen!

Ein nicht enden wollender Albtraum…

Wie der Name es schon fast vermuten lässt, dreht sich im Spiel alles um die achtjährige, autistische Amy, die zusammen mit ihrer erwachsenen Begleitung Lana (die Beziehung der Beiden zueinander ist noch unklar) in ein Zugunglück mitten in einer Stadt gerät. Nachdem sie eine Weile bewusstlos im entgleisten Wagon liegen, wachen sie in einem wahren Albtraum wieder auf: Alle Menschen um sie herum sind zu blutrünstigen Monstern mutiert und auch Lana wurde irgendwie infiziert, hat sich aber glücklicherweise noch nicht verwandelt. Gemeinsam versuchen die beiden, irgendwie aus der Stadt zu fliehen und ein Heilmittel für Lana zu finden.

Genau hier liegt auch schon der erste Knackpunkt des Spiels: Lana, die der hübschen Elena aus Uncharted irgendwie verdammt stark ähnelt, muss immer wieder geheilt werden, sonst mutiert sie ebenfalls zu einem Monster und das Spiel ist vorbei. Eine Anzeige auf ihrem Rücken zeigt dabei an, wie stark die Infektion in ihr ist (ähnlich wie die Lebensanzeige in Dead Space). Ist die Anzeige grün, läuft noch alles super, doch sobald sie gelb oder gar orange/rot wird, verändert sich Lana zunehmend. Ihr Gesicht wird düsterer, ihr Hals ist von dicken Adern geprägt, durch die dunkelblaues Blut fließt, und die Sicht des Spielers wird immer eingeschränkter. Einen Vorteil hat das Ganze aber: Je stärker ihr infiziert seid, desto geringer fallt ihr unter all den anderen Monstern auf und könnt so zum Teil unbeschadet an ihnen vorbeilaufen, ohne Aufmerksamkeit zu erregen.


Da das Zombiedasein aber nun nicht unbedingt ein wünschenswerter Zustand ist, stehen euch drei Möglichkeiten zur Verfügung, Lana wieder zu heilen: Entweder ihr nutzt eines der seltenen Medipacks, lasst euch von Amy heilen oder schnappt euch eine Gasmaske von einem toten Soldaten, denn die enthalten nicht nur einen Schadstoff-Filter, sondern auch gleich eine kleine Menge des Gegengifts.

Händchen halten

Viel Wert wird auf die Beziehung zwischen Amy und Lana gelegt, denn Amy würde ohne eure Hilfe wohl kaum überleben, während ihr sie wiederum ebenfalls braucht, bringt sie doch einige wertvolle Fähigkeiten mit sich. Als Autistin kann sie zum Beispiel die Bedienfelder von Türen hacken, in kleine Schächte krabbeln und zudem verfügt nur sie über eine Taschenlampe. Zudem weist sie euch des Öfteren auf versteckte Gegenstände hin, die euch sonst vielleicht entgangen wären. Im späteren Spiel soll Amy darüber hinaus über diverse „Kräfte“ verfügen – mehr dazu wollte man uns aber noch nicht verraten. Dementsprechend wichtig ist es, dass ihr auf die Kleine aufpasst und sie vor allen Gefahren beschützt. Um auch beim Spieler diese Bindung zu erzeugen, solltet ihr stets R1 gedrückt halten und so ihre Hand nehmen, damit ihr sie behutsam durch die düsteren Korridore geleiten könnt. Bekommt Amy Angst – etwa, weil überall Leichenteile herumliegen oder auch weil ein Monster in der Nähe ist – dann spürt ihr über den Controller ihren Herzschlag und wisst so schon stets im Voraus, dass irgendetwas nicht stimmt.

Da Lana aber nun auch nicht gerade eine ausgebildete Söldnerin, sondern eine zarte junge Frau ist, sollte man die direkte Konfrontation mit Monstern nur in den seltensten Fällen suchen. Zwar findet ihr im Laufe des Spiels die eine oder andere Nahkampfwaffe wie ein Brecheisen oder ein abgebrochenes Leitungsrohr, Schusswaffen oder andere Spielereien gibt es aber nicht. In der Präsentation wirkte das Nahkampfsystem, das im Kern aus Zuschlagen und Ausweichen besteht, noch etwas holprig – hier wird hoffentlich noch etwas nachgeholfen. Cool ist aber, dass die Prügel nicht lange halten und ihr euch früher oder später auf die Suche nach neuen Waffen machen müsst. Ansonsten habt ihr auch die Möglichkeit, Gegner in Fallen zu locken (beispielsweise die klassische Strom+Wasser-Falle) oder Amy als Köder zu verwenden, was zwar moralisch vielleicht nicht gerade verantwortlich, stellenweise aber taktisch klug ist, um Gegnern beispielsweise in den Rücken zu fallen und sie zu überraschen. Wer Konfrontationen lieber aus dem Weg geht, kann sich auch ganz einfach in Schränken oder unter Tischen verstecken. Durch einen kleinen Schlitz könnt ihr dann beobachten, wie das Monster dicht an euch vorbeiläuft, ohne euch zu bemerken. Klassische Flieh-Sequenzen, in denen ihr einfach wegrennen müsst, wird es aber auch geben. In anderen Momenten müsst ihr dann ganz still sein und vorsichtig zwischen Kisten hin und her schleichen und dabei aufpassen, dass ihr keine lauten Geräusche macht – etwa, indem ihr auf Glassplitter tretet. Da die Monster im Spiel stets an anderen Orten platziert werden, entsteht eine zusätzliche Spannung, da man sich nicht zu 100 Prozent auf vorherige Erfahrungen oder Walkthroughs von anderen Spielern verlassen kann.

Neben den Monstern gibt es aber noch eine weitere Bedrohung: Das Militär, das ohne Kompromisse alles und jeden über den Haufen ballert, um Beweise zu vernichten und Augenzeugen auszuschalten. Durch ihre Gasmasken haben die Kerle zwar nur ein sehr kleines Sichtfeld, dafür hören sie aber sehr gut und töten euch auf der Stelle, wenn sie euch entdecken – vermutlich sind sie aber auch die einzigen, die über größere Mengen des Gegengifts verfügen, irgendwie müssen wir also wahrscheinlich im Laufe des Spiels in ihr Lager eindringen. Das Spiel besteht dabei aus sechs Kapiteln, die jeweils etwa 1-1 ½ Stunden dauern, insgesamt kommt man also auf eine Spielzeit von gut 6 bis 10 Stunden. Doch Schluss ist dann noch lange nicht, denn bereits jetzt sind weitere Episoden des Spiels in Arbeit, die die Story fortsetzen sollen. Letztendlich will man etwa alle 6 Monate eine neue Episode veröffentlichen, wobei man nicht immer zwangsläufig die Vorgänger gespielt haben muss, um die generelle Handlung zu verstehen.


Amy hat mir richtig gut gefallen! Endlich mal wieder ein Survival Horror-Spiel, das der einigermaßen Genrebezeichnung gerecht wird! Hinzu kommen clevere Features wie die Bindung zu Amy und natürlich die sich immer stärker ausbreitende Infektion von Lana, die dem Spiel Spannung, Emotionalität und ein klein wenig Hektik verleihen. Grafisch ist der Titel zwar etwas schwach auf der Brust, aber die Atmosphäre dürfte dieses Manko locker ausgleichen. Ich freu mich schon, zumal das Spiel noch in diesem Herbst für PC, PSN und XBLA veröffentlicht werden soll.

Ersteindruck: Sehr gut!
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