Doch wer ist diese Dr. Tanya Byron eigentlich? Sie ist die britische Supernanny, in UK sowas wie ein Star, die Frau eines Schauspielers und die Tochter eines Regisseurs.
Byron schlägt ein sehr zweischneidiges System vor. Die BBFC (British Board Film Classification) soll sich um Spiele mit einer Alterseinstufung von zwölf und älter kümmern, während die PEGI (Pan European Game Information) nur noch nur noch für Programme für jüngere Zielgruppen zuständig sein soll. Die Regelung in UK ist bisher ganz anders: Die PEGI ist für alle Spiele bis auf die 18'er zuständig, erst dann greift die BBFC ein. Deren Entscheidungen können im Zweifelsfall von einer dritten Partei namens Video Games Committee ausgehebelt werden (so geschehen bei Manhunt 2 Anfang 2008). Hört sich bisher ganz in Ordnung an, oder? Die englische Spielebranche ist davon aber so gar nicht begeistert und kämpft dafür, dass nur die PEGI in Großbritannien zum Einsatz kommt. Inzwischen haben sich zahlreiche namhafte Entwickler und Publisher zu Wort gemeldet, um Druck auf die Regierung auszuüben.
Keith Ramsdale, Geschäftsführer der englischen Niederlassung von Electronic Arts, nennt die Gründe: "Die von der Regierung vorgeschlagenen Änderungen schaffen mehr Verwaltungsaufwand und sorgen dafür, dass Hitspiele mit Verspätung zu den englischen Konsumenten gelangen." Er befürchtet, wie seine Kollegen der anderen Unternehmen, dass die Kosten für eine Prüfung steigen würden.
Mittlerweile ist die Sache eskaliert und alles dreht sich um die Frage, ob die BBFC überhaupt in der Lage ist, Computerspiele zu analysieren. "PEGI ist ganz klar die einzige Stelle für Altersfreigaben, die stark genug ist, um die Publisher davon abzuhalten, ungeeignete Online- und Offlineinhalte für Kinder zu veröffentlichen", argumentiert Paul Jackson, Chef der Elspa. David Cooke (BBFC) sieht das - natürlich - anders: "Die BBFC hat es während der letzten fünf Jahre geschafft, ihre Tätigkeit auf den DVD-Markt auszuweiten. Wir sind bereit und im Stande, die zusätzliche Arbeit, die Dr. Byron vorschlägt, zu leisten". Wir bleiben am Ball!
| Geschrieben von: Adam Smieja am 09.07.2008 | | User-Wertung |
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