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Politik sagt Hamburger Spielebranche Unterstützung zu Drucken

    Eine News vom 03.05.2006, 11:49 Uhr | Adam Smieja

Politik sagt Hamburger Spielebranche Unterstützung zu Die Politik zu Gast bei der Spielebranche: Unter dem Motto „Politics@Games“ versammelten sich am gestrigen Dienstag hochkarätige Vertreter der Hamburger Politik bei der dtp entertainment AG, einem der führenden deutschen Publisher für Computer- und Videospiele. Die Politiker hatten die Möglichkeit, sich hautnah mit der Computerspielebranche auseinanderzusetzen und mit den rund 30 anwesenden Gästen und Branchenvertretern zu diskutieren: Der dtp-Gründer und -Vorstand Thomas Baur stellte das Unternehmen dtp vor; Claas Oehler, Justiziar des Spieleentwickler-Bundesverbandes GAME erläuterte die Branche und ihre wirtschaftliche Bedeutung: Einblicke für die Politiker, die sie bisher nicht hatten. Die Games-Branche setzt schon seit einiger Zeit mehr Geld um, als die Filmwirtschaft. 2004 waren dies weltweit 18,8 Milliarden Euro, die Zahlen für 2005 liegen noch nicht vor. Deutschland ist nach Großbritannien Europas zweitstärkster Markt für Computerspiele. Auch interessant: Die Branche ist ein wahrer Jobmotor, Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen. Allein dtp konnte in den letzten zwei Jahren ein gutes Dutzend Stellen schaffen, bildet in klassischen und neuen Berufen aus.

Die anwesenden Politiker – Uwe Grund, medienpolitischer Sprecher der Hamburger SPD, Dietrich Rusche, Fachsprecher Medien der CDU und Farid Müller, medienpolitischer Sprecher der GAL – begriffen die Games-Branche als „große Chance für Hamburg“. Die Kenntnis der Branche und ihrer Produkte war seitens der Politik zunächst sehr gering; oft kenne man Computer- und Videospiele als Elternteil nur als Unterhaltungsmedium der eigenen Kinder. Dabei, so erläuterte Oehler, ist die Hälfte aller Spieler über 20 Jahre alt, ein Drittel über 30 Jahre.

Grund verwies nochmals auf seinen Antrag an den Hamburger Senat, ein Entwicklungskonzept für die Games-Branche vorzulegen, der allerdings nach seinen Worten im Senat bis dato keine Beachtung fand.

Zwar befindet sich die Hamburger Politik schon in dem Bewusstsein, dass Hamburg ein bedeutender Medienstandort sei, die Rolle der Games-Branche war aber noch nicht klar definiert. „Wir danken daher für eine Veranstaltung wie diese, die uns hilft, uns zu informieren“, so CDU-Medienfachmann Dietrich Rusche.

Das – in der Öffentlichkeit oft nicht so gut dargestellte - Image der Branche wurde auf der Veranstaltung auch diskutiert; es stelle ein Wachstumshindernis für dar, da es wichtige, zur Produktion neuer Spiele benötigte Investitionen verhindere. Zudem sei die gesellschaftliche Dimension der Games noch nicht begriffen – dabei nehme die Bedeutung von Computer- und Videospielen für die Freizeitgestaltung der Deutschen immer mehr zu. Computerspiele sind ein Massenphänomen, könnten durchaus als Kulturgut begriffen werden, so Farid Müller (GAL). Er forderte eine gemeinsame Kampagne von Senat, Wirtschaftsbehörde und Games-Branche zur Stärkung der Medienkompetenz der Eltern.

Müller forderte weiter, Instrumente zu entwickeln, um Unternehmen aus der Branche am Standort zu behalten und weitere Firmen anzuwerben. Laut Stefan Klein von der Hamburger Netzwerk-Initiative Hamburg@work werden solche Möglichkeiten schon in Expertengesprächen diskutiert.

Grund plädierte dafür, über Fördermöglichkeiten zumindest nachzudenken und die Bereiche Ausbildung und Existenzgründung stärker zu beachten.

CDU-Mann Rusche erklärte sich für ein weiteres Gespräch bereit, zu dem er auch Senatsvertreter, den Medienkoordinator des Senats (der auch an der Veranstaltung Politics@Games teilnehmen sollte, aus Krankheitsgründen aber kurzfristig absagen musste) sowie Vertreter der Wirtschaftsbehörde zur Teilnahme bewegen wolle. Der Input für dieses Gespräch solle aber von der Branche kommen: In einem Schreiben sollen Hamburger Unternehmen ihre Fragen, Wünsche und Sorgen formulieren und dieses an den Senat richten.

Nochmals wurde bekräftigt: Im Bezug auf die Gamesbranche bestehen massive Informationsdefizite, die mit Hilfe von Veranstaltungen wie Politics@Games minimiert werden können.

Zufrieden zeigte sich dann auch dtp-Vorstand Thomas Baur: „Das Zusammentreffen von Politics@Games war ein voller Erfolg, wir haben unsere Ziele erreicht: Die für uns wichtigen Entscheider in der Politik haben sich mit der Materie Gamesbranche hautnah auseinandersetzen können, ihrerseits Fragen beantwortet bekommen und konnten sich ein genaues Bild von der Branche machen. Zudem hat unsere Veranstaltung ein großes Medienecho bewirkt – ihr wurde sogar eine Live-Sendung im Hamburger Fernsehen gewidmet. Mit dem Ergebnis können wir sehr zufrieden sein: Die Branche bekommt nun, wenn die Versprechen gehalten werden, stärkeres Gehör in der Politik, als zuvor.“

In der Tat sendete der Hamburger Lokalsender „Hamburg 1“ im Anschluss an die Veranstaltung eine Talkshow, in der GAL-Medienfachmann Farid Müller und dtps Pressesprecher Claas Wolter noch einmal die Kernfragen der Veranstaltung erörterten. Müller bekräftigte dabei erneut, dass das Event viele wichtige Informationen geliefert hat und die Politik die Games-Branche unterstützen müsse.

Auch hinterließ die Möglichkeit der Veranstaltung Politics@Games, als Politiker selbst Computerspiele ausprobieren zu können, bei ihm bleibende Eindrücke.






   
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