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CSU fordert Strafrecht für Videospiele und Beckstein will Konsolen beschlagnahmen lassen! Drucken

    Eine News vom 11.05.2008, 16:30 Uhr | Adam Smieja

CSU fordert Strafrecht für Videospiele und Beckstein will Konsolen beschlagnahmen lassen! Es hat schon was mit Blasphemie zu tun, wenn man sich die aktuelle Debatte unserer lieben (ahnungslosen) Politiker durchließt oder gar anhört. Hier mal die neuesten "kreativen Ideen zum Jugendschutz in Deutschland":

Die bayrische Justizministerin Beate Merk (CSU) will die Verschärfung des Jugendschutzgesetzes noch mehr verschärfen. "Wir brauchen ein strafrechtliches Verbot von virtuellen Killerspielen. Um solche Gewaltspiele mit ihren negativen Folgen effektiv bekämpfen zu können, muss ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot im Strafrecht geschaffen werden", erklärte Merk. "Nur dann kann es gelingen, derartige Machwerke zurückzudrängen." Man müsse demnach ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot einsetzen (Konsequenz: Mindestens 60% aller Spiele erscheinen nicht in Deutschland und dürfen nicht verkauft werden; Marktzusammenbruch, fehlende Einnahmen für den Staat, der dank MwSt. ohnehin schon kräftig verdient).

Merk verweist auf einen Gesetzesentwurf Bayerns, der Anfang 2007 im Bundesrat eingebracht wurde: "Dieser erfasst Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen."

"Menschenverachtende virtuelle Killerspiele haben eine gewaltabstumpfende Wirkung und können gerade auf labile Personen stimulierend wirken", so Merk.

Intelligente Politiker gibt es aber dennoch. Jürgen Kucharzy (SPD-Jugend"experte") hält das Totalverbot für unsinnig, vor allem in Zeiten des Internets (falls das nicht auch bald in Deutschland verboten wird). "In einem nächsten Schritt müssen wir den Online-Bereich unter die Lupe nehmen", sagt Kucharzy. Offline-Medien seien schwer zu kontrollieren.

Beckstein hingegen will noch mehr als das. Er nennt seinen Vorschlag als "kreative Strafe". Der bayerische Ministerpräsident sagte gegenüber der Berliner Zeitung, dass man jugendlichen Straftätern das Handy oder die Spielekonsole wegnehmen solle. Auch denkbar wäre ein Entzug des Führerscheins oder eine Inhaftierung. Außerdem soll das Erwachsenenstrafrecht für Personen im Alter von 18 bis 21 Jahren angewendet werden - bisher tut man dies nur in Ausnahmen.

Deutschland - ein Land, in dem Videospiele gehasst, nicht gespielt werden. Danke, liebe Politiker!






   
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