Enemy Territory: Quake Wars (Tests)
Quake Wars verspricht viel. Die taktischen Finessen eines Battlefield, die blitzschnellen Fights eines Quake 3 und 4 sowie eine gute Grafik. Der Multiplayer-Titel hat sich wirklich hohe Ziele gesetzt, Entwickler Splash Damage hat sich viel vorgenommen, aber reicht es auch für einen Award? Eine Erklärung der „Story“ erspare ich mir, denn es gibt schlichtweg keine. Man kämpft entweder für die Strogg oder für die Menschen. Die Strogg wollen sich fortpflanzen, was wiederum die Menschen ganz sicher nicht wollen, weil die Strogg uns als Wirte brauchen. Und so entbrennt ein Kampf ums Überleben. Platt? Aber sicher doch. Mittel zum Zweck? Ganz richtig. Bekannte Modi mit neuen Namen auf umfangreichen Karten Wo der Titel wirklich punkten kann sind die zwölf sehr großen Maps, die von Wüste über Schneelandschaft bis hin zu einem schönen Waldgebiet reichen. Wer sich noch an „Return to Castle Wolfenstein“ erinnern kann, der wird sich auch ganz sicher über die Map freuen, die ähnlich Omaha Beach ist und ein wahres Freudenfest für Sniper darstellt. Alle Maps bieten Action In- und Outdoor, wobei ich die Outdoor-Kämpfe packender finde, weil die Grafik Indoor einfach nur grausig wirkt – zur Technik aber komme ich gleich erst. Auch so gibt es draußen viel mehr zu erleben. Fahrzeuge zum Beispiel. Was in Battlefield Usus ist kann ja auch bei Quake Wars (im Folgenden nur noch QW) nicht schaden. Dem ist auch so. Die Fahrzeuge machen sich gut und können mit mehreren Personen bestückt werden. Hierbei gibt es natürlich Unterschiede zwischen Strogg und Menschen. Während sich unsereiner mit üblichen Buggys und Panzern vergnügt, sausen die bösen Aliens mit modernen Maschinen durch die Levels – das macht schon einiges her. Bei den rund 13 Fahrzeugen bekommt ihr aber auch einige Jetpacks geboten, um auch schnell in die Luft zu kommen. Bei den Waffen gibt es auch so einiges zu sehen und zu ballern. Je nach Art des Soldaten, den ihr wählt, gibt es verschiedene Optionen. Ein Sanitäter zum Beispiel benutzt eher schwache Waffen, aber ein normaler Soldat hat gleich die Auswahl zwischen fünf Wummen – Bazooka, MG, Allzweck-MG und so weiter. Der Sniper kann auch zwischen zwei Arten wählen: normales Sniper oder verbessertes MG mit Zielfernrohr. Bei den Strogg verhält es sich ähnlich (schade eigentlich, denn beide Fraktionen haben exakt dieselben Charakter-Klassen). Einen Nachteil aber haben alle Waffen der Aliens: Beim Zoom verwischt der Bildschirm für einige Sekunden und man wird quasi handlungsunfähig. Macht das mal in der Hitze des Gefechts! Bei den Modi haben wir es mit „Kampagne“, „Ziel“ und „Stoppuhr“ zu tun, die sich jetzt vielleicht ganz wild anhören, im Grunde aber nichts weiter sind als missionsbasierende Modi. Bei der „Kampagne“ spielt man drei Maps nacheinander und muss dabei einige Ziele erfüllen, wie zum Beispiel eine Brücke errichten, irgendwelche Daten der Stroggs klauen oder ein Dorf erobern. Beim Modus „Ziel“ ist es lediglich eine Map, die gespielt wird. Stoppuhr könnte für viele Spieler sehr interessant sein, weil wir es hier mit dem beliebten Modus Angriff und Verteidigung zu tun haben. In Phase eins sind beispielsweise die Strogg Angreifer und die Menschen Verteidiger, nach einiger Zeit wird der Spieß umgedreht. Der Clou bei der Sache ist, dass die zweite Phase für die Angreifer schwerer wird, weil sie weniger Zeit haben, um die Punktevorgabe der Vorgänger zu übertrumpfen. Teamplay - was ist das? Bekanntermaßen ist QW ja ein Teamshooter im Stile von Battlefield. Schade nur, dass die Spieler das aber nicht verstehen wollen. Das soll jetzt kein Angriff auf die Community sein, aber wie will man in QW einen gescheiten Clan War abhalten, wenn sowieso keiner das macht, was man gerne hätte? Auch finde ich es sehr schade, dass es keine Anzeige gibt, die euch sagt, von wo aus ihr abgeknallt worden seid. Dafür aber bekommt ihr Auszeichnungen nach Spielende, die euch schnelleres Sprinten oder kräftigere Waffen bescheren – aber erst, wenn ihr eine bestimmte Summe an Erfahrung erlangt habt. Technisch gut Die Grafikqualität von QW schwankt sehr stark. Während ich das Wüstenlevel sehr beeindruckend finde, kann ich mir die Innenlevels kaum anschauen, weil sie wirklich schlecht aussehen. Dabei hat Entwickler Splash Damage doch gesagt, dass die „Megatexture“-Technik so bahnbrechend und toll sein soll, dass selbst große Levels mit vielen Details aufwarten würden. Da frage ich mich doch: Wo? Wie gesagt: Das Wüstenlevel ist die einzige Karte, die halbwegs das zeigt, was man sich von der neuen Technik wünscht. Alle anderen Maps haben keine Schnitte mit Quake 4 und schon gar nicht mit Unreal Tournament III. Dafür aber kann man mit Verlaub sagen, dass Splash Damage die Hardware-Anforderungen sehr fair hält und man auch mit einem GB an RAM durchaus spielbare Ergebnisse zu sehen bekommt. Der Sound hingegen ist so richtig fett. Wer eine passende Anlage sein Eigen nennt, der wird hier seine Freude haben, weil die Entwickler es verstanden haben, wuchtige Explosionen auch gerecht zu vertonen. Die Sprecher der Strogg- und Menschenkommandanten sind gelungen und nerven in keiner Situation. Geschrieben von: Adam Smieja am 02.10.2007
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